von Anna Rosenbaum

In unserer modernen Zeit, in der immer mehr Regeln aufgestellt werden, die unser Essverhalten kontrollieren und “verbessern” sollen, verlieren viele das Gefühl für die Signale des eigenen Körpers. Werbung, ständig verfügbare Snacks oder schnelles Essen am Rechner tragen das ihrige dazu bei. Dabei weiß der eigene Körper natürlicherweise am besten, wann es an der Zeit ist zu essen – und wieder damit aufzuhören.

Wie das Hungergefühl entsteht

Vereinfacht gesagt liefert Essen den Brennstoff für unsere Zellen. Ist der Brennstoff aufgebracht, entwickeln wir ein Hungergefühl. So werden wir dazu angeregt, neue Nahrung aufzunehmen, aus der der Körper neue Energie produzieren kann.

Somit sagt uns der Körper eigentlich ganz genau, wann es an der Zeit ist, etwas zu essen, und wie viel. Doch strenge Essensregeln, vorbestimmte Zeiten, optische Reize und Gerüche und das ständig verfügbare Überangebot machen es schwierig, das eigene Hungergefühl wahrzunehmen und richtig einzuordnen. Oft versuchen wir außerdem, Emotionen mit Essen zu kompensieren. Achtsamkeit kann dir helfen, die Signale deines Körpers wieder richtig zu deuten.

Hunger und Sättigung wieder richtig wahrnehmen

Regelmäßige Achtsamkeitspraxis bringt dich gedanklich in das Hier und Jetzt. Das ist ein erster wichtiger Schritt, um die Bedürfnisse deines Körpers wahrzunehmen. Je öfter du dich beim ersten Bauchgrummeln fragst: “Was brauche ich gerade? Worauf habe ich wirklich Hunger?”, desto besser lernst du dein Hungergefühl einzuschätzen. Manchmal solltest du dich vielleicht auch fragen: “Habe ich wirklich Hunger, oder brauche ich einfach eine Pause? Ein nettes Gespräch oder eine Umarmung?”. So wird es dir nach und nach leichter fallen, deinen tatsächlichen Bedürfnissen auf den Grund zu gehen.

Wenn es tatsächlich an der Zeit ist zu essen, kann dir Achtsamkeit außerdem helfen, dein Sättigungsgefühl wiederzuentdecken. Alte Leitsätze wie “Wenn du deinen Teller nicht leer isst, gibt es morgen schlechtes Wetter!” haben dazu beigetragen, dass wir häufig über das Sättigungsgefühl hinaus essen. Auch hektische Mittagspausen, zu schnelles Essen und Ablenkung durch Fernsehen oder Computer tragen dazu bei, dass das Sättigungsgefühl gar nicht oder verspätet eintritt. Mehrere Studien zeigen, dass wir bei Ablenkung deutlich mehr essen als wenn wir uns auf das Essen konzentrieren.

Achtsam essen

Schon kleine Achtsamkeits-Tricks können dir helfen, dem Überessen entgegenzuwirken. Oft reicht es schon, während des Essens kurz einmal innezuhalten und sich zu fragen: “Bin ich schon satt?”. Mit weiteren Ideen, um achtsam zu essen bringst du außerdem mehr Genuss und ein besseres Körpergefühl in dein Leben.

Du wirst sehen, es lohnt sich deinen Körper besser kennenzulernen, und ihm mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Er wird dich mit mehr Wohlgefühl belohnen, wenn er das bekommt, was er tatsächlich braucht (und ja, ab und zu kann das auch ein Stück Schokolade sein!).

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