von Alexandra Günther und Timea Cheeseman

Wer regelmäßig meditiert, fühlt sich weniger gestresst, ist optimistischer und lebt ein gesünderes und glücklicheres Leben. So weit, so gut. Die vielen wissenschaftlich nachgewiesenen Vorteile von Meditation für unsere geistige und körperliche Gesundheit sind bekannt. Aber wie können wir Meditation in unseren Alltag integrieren?

Die Zeit läuft uns davon

Morgens ist es oft die Schlummerfunktion des Weckers, die uns daran hindert rechtzeitig aus dem Bett zu kommen. Wir schlingen unser Frühstück herunter und hetzen schon morgens gestresst zur Arbeit. Abends geht es dann direkt ins Fitnessstudio, zu einer Verabredung mit Freunden oder wir versinken todmüde vor dem Fernseher. Vielleicht erwarten uns auch Familie und Kinder zu Hause, die unsere ungeteilte Aufmerksamkeit fordern. So vergeht ein Tag schneller als es uns lieb ist und eines wird nur allzu deutlich: Gerade die, die Meditation am nötigsten hätten, haben keine Zeit dafür.

Meditation und Arbeit – ein starkes Team

Damit wir uns richtig entspannen und auf die Meditation einlassen können, ist es wichtig, einen ungestörten Ort zu finden. Auch eine gewisse Regelmäßigkeit sollte gegeben sein, damit wir uns die Meditation zur Gewohnheit machen, und ihre positiven Effekte voll ausschöpfen können. Doch für viele Menschen kann es eine echte Herausforderung sein, die richtige Zeit und den passenden Ort zur Meditation zu finden und eine Routine für sich zu entwickeln. Was liegt daher näher, als seine Meditationspraxis in den Arbeitsalltag zu integrieren? Schließlich ist der Arbeitsplatz der Ort, an dem wir tagsüber die meiste Zeit verbringen. Etwa dort, wo oft der Stress aufgrund von Zeitdruck und digitaler Informationsflut über uns hereinbricht? Ja, denn gerade dann kann Meditation seine größtmögliche Wirkung entfalten. Und wer im Arbeitsalltag meditiert, tut gleichzeitig auch seinem Arbeitgeber einen Gefallen, denn schon wenige Minuten täglicher Meditation steigern die Kreativität und Konzentrationsfähigkeit.

Der Arbeitsplatz kann daher ein guter Ort sein, um Zeit zur Meditation zu finden, eine regelmäßige Meditationsroutine zu entwickeln und dabei auch noch produktiver zu arbeiten.

Kleine Pausen clever nutzen

Zugegeben, nicht jeder arbeitet für Unternehmen wie die Silicon-Valley-Giganten Google oder Apple. Dort, wo einem die Möglichkeit, am Arbeitsplatz zu meditieren, in Form von Meditationsräumen quasi auf dem Silbertablett serviert wird. Doch auch ohne firmeneigene Rückzugsorte lässt sich Meditation gut in den Arbeitsalltag integrieren. Denn schon kleine Pausen kann man effektiv für eine kurze Meditationseinheit nutzen. Alles was du brauchst, sind wenige Minuten Ruhe.

Wenn du gerade nicht von deinem Schreibtisch wegkommst, versuche am besten, dein Handy und deinen Computer für ein paar Minuten auf lautlos oder in den Flugmodus zu schalten. So wirst du zum Beispiel auch nicht von neu ankommenden E-Mails in deinem Postfach gestört. Wer am eigenen Schreibtisch nicht die nötige Ruhe und Entspannung findet, kann sich auch einen leeren Meetingraum suchen. Wichtig ist, dass du nicht abgelenkt wirst und die Zeit für dich nutzen kannst, um für einige Momente Körper und Geist zu entspannen.

Der Trend zu einem mentalen Workout am Arbeitsplatz setzt sich auch bei uns immer mehr durch. So werden deine Kollegen vielleicht gar nicht so überrascht reagieren, wenn du ab jetzt kleine Meditationspausen in deinen Arbeitsalltag integrierst.

Mini-Meditationen für die Mittagspause :

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Bewusstes Atmen - das kleine Meditationstraining für zwischendurch

Hin und wieder stellt uns der Arbeitsalltag vor kleine Herausforderungen, die den Puls höher schlagen lassen und das Stresslevel in die Höhe treiben. Vielleicht handelt es sich dabei um ein schwieriges Telefonat oder um eine negative E-Mail, die zu beantworten ist. Vielleicht stehst du auch kurz davor, eine Präsentation für seine Mitarbeiter zu halten und ist ganz gelähmt von der eigenen Nervosität. Es gibt Momente, in denen vielleicht keine Zeit für eine Meditation ist, die du aber trotzdem bewusst für dich nutzen kannst. Ebenso effektiv wie eine Meditation in der Mittagspause, kann eine kurze Atemübung vor einer herausforderungsvollen Aufgabe sein. Hier gelten klar die Worte des spirituellen Bestsellerautors Eckhart Tolle: “One conscious breath in and out is a meditation”.

Nimm dir also ein paar Sekunden Zeit, um ganz bewusst tief ein- und auszuatmen. Schon eine kurze Reihe tiefer Atemzüge kann dich entspannter werden lassen, der eigenen Nervosität entgegenwirken und dir neue Energie schenken. Denn wenn wir tief und bewusst atmen, werden Signale an das Gehirn gesendet, die uns in der Folge sowohl geistig als auch körperlich entspannter und ruhiger werden lassen. Zudem sorgt tiefes Atmen für eine gesteigerte Sauerstoffversorgung, was sowohl Energie als auch Ausdauer steigert. So können dir auch schon wenige Momente helfen, die kleinen Herausforderungen des Arbeitsalltags mit einer meditativen Haltung zu meistern.

Wer also bis jetzt noch dachte, dass Meditation nur etwas für die Freizeit ist, darf gerne umdenken, denn Meditation und Arbeit ergeben zusammen ein starkes Team. Über das Ergebnis dürfen sich dann auch beide Parteien freuen, dein Arbeitgeber und du selbst. Denn mit jeder Meditationseinheit, die du in deinen Arbeitsalltag integrierst, wirst du nicht nur entspannter und glücklicher, sondern auch produktiver und kreativer.

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(Bild: rawpixel auf Unsplash)