Viele Vit­amine, fünf Por­tio­nen Obst und Gemüse täg­lich, reich­lich unge­sät­tigte Fett­säu­ren, bitte nur Voll­korn­pro­dukte (wenn schon über­haupt Getreide) und bloß keinen raf­fi­nier­ten Zucker. Viele Emp­feh­lun­gen zum Thema Ernäh­rung haben zwar ihre Berech­ti­gung, und es ist sinn­voll jene ken­nen­zu­ler­nen, die dir gut tun. Eine Frage, die aller­dings viel zu selten betrach­tet wird, ist wie wir essen. Denn viel zu häufig schau­feln wir auch das gesün­deste Essen acht­los in uns hinein. 

Was bedeu­tet acht­sam” essen? 

Im Gegen­satz zu den meis­ten Ernäh­rungs­pro­gram­men sind deiner Phan­ta­sie beim Thema acht­same Ernäh­rung keine Gren­zen gesetzt, sobald das Grund­prin­zip der Acht­sam­keit klar ist. Darum noch einmal eine kurze Auf­fri­schung zu Acht­sam­keit im All­ge­mei­nen, bevor es an die etwas ande­ren Ernäh­rungs-Tipps geht. 

Acht­sam­keit bedeu­tet: Wahr­neh­men (mit allen 5 Sinnen), bewusst, im Hier und Jetzt,
von Moment zu Moment, mit offe­ner Geis­tes­hal­tung, nicht bewer­tend und ohne Absicht oder Ziel. Du nimmst also mit allen deinen Sinnen bewusst wahr, was jeden Moment auf’s Neue im Hier und Jetzt geschieht, ohne dies zu bewer­ten und ohne Leis­tungs­druck auf­zu­bauen.

Es ist schließ­lich schwer, jetzt zu rie­chen wie köst­lich das Mit­tag­es­sen ges­tern geduf­tet hat oder jetzt zu schme­cken wie fruch­tig der Obst­sa­lat morgen früh sein wird, oder? 

Mit allen Sinnen genie­ßen

Kon­zen­triere dich also bei­spiels­weise auf den Apfel, den du jetzt in der Hand hältst.
Wie könn­test du dich acht­sam mit diesem Apfel beschäf­ti­gen? Alle deine Sinne können dir dabei helfen! Du stellst dir also fol­gende Fragen: Wie sieht der Apfel aus? Wie fühlt die Schale sich an? Riecht der Apfel schon vor dem ersten Bissen? Kann der Apfel Geräu­sche erzeu­gen, wenn du zum Bei­spiel am Stiel drehst oder hin­ein­beißt? Und wie schmeckt der erste Biss? Schmeckt das Frucht­fleisch anders als der Saft? 

Hier können noch endlos viele wei­tere Fragen auf­tau­chen, zu deren Beant­wor­tung du einen deiner fünf Sinne ein­set­zen kannst. 

Essen auch mal rich­tig zele­brie­ren

Das Ziel soll hier nicht sein, ab sofort jede Mahl­zeit und jeden Snack zwi­schen­durch mit all diesen Fragen zu ana­ly­sie­ren. Es ist viel­mehr eine Anre­gung, das Essen wieder mehr zu genie­ßen, zu zele­brie­ren und sich wäh­rend­des­sen aller Sinne bewusst zu sein. Und damit kannst du nicht erst bei dem tat­säch­li­chen Vor­gang des Essens anfan­gen.
Acht­same Ernäh­rung kann schon beim Ein­kau­fen begin­nen und sich durch die Lage­rung, Zube­rei­tung und das Anrich­ten bis zum Ver­zehr ziehen. Hilf­reich ist es, dazu aus­rei­chend Zeit für die ein­zel­nen Mahl­zei­ten ein­zu­pla­nen und alle mög­li­chen Stör­fak­to­ren wie Fern­se­her, Tele­fon und Zeit­schrift aus­zu­schal­ten oder bei­seite zu legen. 

Und wenn du keine Mög­lich­keit hast, dir rich­tig Zeit für das Essen zu nehmen, rei­chen auch ein paar Sekun­den vor dem ersten Bissen, um den Anblick und Geruch kurz wahr­zu­neh­men, zu genie­ßen und die Vor­freude zu schü­ren.

Viel­leicht hast du jetzt auch schon selbst neue Ideen wie du deine Sinne stär­ken und deinen Genuss ver­viel­fäl­ti­gen kannst – viel Spaß beim Aus­pro­bie­ren!

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