von Timea Cheese­man

In der Regel sind es drei Men­schen­grup­pen, denen wir von tiefs­tem Herzen Glück wün­schen: unse­rer Fami­lie, unse­ren Freunde und Pilo­ten. Keine Frage, wer uns von 12.000 Meter Höhe wieder in einem Stück auf die Erde bringt, ver­dient alles Glück dieser Welt. Abge­se­hen davon kennt jeder das gele­gent­li­che Alles Gute Dir!“ — eine Flos­kel, die vor­wie­gend für Small Talk, Bekannt­schaf­ten und Geburts­tags­wün­sche auf Face­book reser­viert ist. Tja, und dann wären da noch schlecht-gelaunte Chefs, gestresste Bus­fah­rer und – wie könnte man sie ver­ges­sen – Ex-Part­ner. Plötz­lich scheint das Glück­wün­schen wie ver­lernt.

Ande­ren Men­schen Glück zu wün­schen ist also nicht immer leicht. Vor allem, wenn sie einem den Schlaf, die Nerven oder die gute Laune rauben. Soll­ten wir es also ein­fach sein lassen? Natür­lich nicht! Denn es gibt gute Gründe, ande­ren Men­schen Glück zu wün­schen. Viel­leicht kannst du dich an Momente erin­nern, an denen dir selber Gutes gewünscht wurde. An das schöne Gefühl von Unter­stüt­zung und neuem Mut. Vor allem dann, wenn dich die Wün­sche ganz uner­war­tet erreicht haben. Mit der rich­ti­gen Ein­stel­lung und ein biss­chen Übung kannst du lernen, auch den Men­schen Gutes zu wün­schen, bei denen es dir jetzt noch schwer fällt. Die fol­gen­den drei Impulse helfen dir dabei! 

Erwei­tere dein Kon­zept von Glück

Was ist Glück? Ein Frage, tau­send Ant­wor­ten. So rich­tig scheint es wohl nie­mand zu wissen. Und wenn doch, dann melde dich bitte umge­hend bei uns! Wich­tig ist, dass es auch nicht unbe­dingt eine rich­tige Ant­wort gibt. Schließ­lich hat jeder Mensch eine ganz andere Vor­stel­lung was Glück bedeu­tet und wie man es erlangt. Ver­su­chen wir also, Glück als etwas zu ver­ste­hen, das mehr ist als nur eine güns­tige Fügung des Schick­sals.

Wenn wir an Glück oder Gutes denken, fallen uns oft die klas­si­schen Übel­tä­ter ein: per­fekte Bezie­hung, Gesund­heit, groß­ar­tige Fami­lie, toller Job, schöne Woh­nung, das Geld fließt. Die Dinge fügen sich. Ein glück­li­cher Umstand jagt den nächs­ten. Kurz gesagt: es läuft. Wün­schen wir das unse­ren Liebs­ten? Natür­lich! Würden wir das auch Men­schen wün­schen, mit denen wir eine schlechte Erfah­rung gemacht haben ? Ver­mut­lich nicht. 

Viel­leicht soll­ten wir Glück also eher als ein fle­xi­bles Kon­zept ver­ste­hen. So kann es großes Glück sein, innere Zufrie­den­heit zu finden oder eine innere Stärke zu ent­wi­ckeln, um nega­ti­ven Gefüh­len und Hand­lungs­im­pul­sen nicht so schnell nach­zu­ge­ben. Und dieses Glück wün­schen wir sicher­lich allen Men­schen. Glück und Gutes als etwas zu ver­ste­hen, dass Men­schen eine innere Last nimmt und sie viel­leicht sogar im Kampf mit ihrem per­sön­li­chen Alltag unter­stützt, kann dabei helfen, auch den Men­schen Glück zu wün­schen, bei denen es uns schwer fällt. Falls dir trotz­dem noch zu viele nega­tive Emo­tio­nen im Weg stehen, hilft dir viel­leicht der zweite Den­k­im­puls!

Mehr Glück durch Acht­sam­keit:
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Über­winde nega­tive Emo­tio­nen

Wenn wir Men­schen von Herzen etwas Gutes wün­schen, dann oft weil eine posi­tive emo­tio­nale Bezie­hung besteht. Schwe­rer wird es bei Per­so­nen, mit denen wir nega­tive Emo­tio­nen ver­bin­den. Hallo Ex-Part­ner und ver­strit­tene Freunde! Hallo ver­korkste Fami­li­en­mit­glie­der! Men­schen, mit denen wir im Argen liegen, machen es uns wahr­lich nicht ein­fach. Vor allem, wenn sie uns ver­letzt, ent­täuscht oder zurück­ge­las­sen haben. 

Acht­sam­keit seinen Emo­tio­nen gegen­über hilft, die Wand nega­ti­ver Emo­tio­nen zu bezwin­gen und den Weg für einen ehr­li­chen Wunsch frei­zu­ma­chen. Durch regel­mä­ßige Medi­ta­tion kannst du lernen, bewusst Abstand zu nehmen und die eige­nen Emo­tio­nen zu akzep­tie­ren. Du spürst viel­leicht noch einmal ganz inten­siv die alte Trauer oder Wut, lässt dich anschlie­ßend aber nicht mehr davon über­wäl­ti­gen.

Wir müssen die Wand nega­ti­ver Emo­tio­nen nicht unbe­dingt durch­bre­chen. Oft reicht es, ein­fach über sie hinweg zu klet­tern. Oder dar­über hinaus zu wach­sen. So wird einem bewusst, dass sie zwar immer noch da ist, einen aber nicht mehr davon abhält, jeman­dem etwas Gutes zu wün­schen.

Halte nicht an Moment­auf­nah­men fest

Die meis­ten Men­schen, denen wir im Alltag begeg­nen, beglei­ten uns nur für eine kurze Zeit. Den Paket­bo­ten sehen wir für wenige Sekun­den und dann meist länger von hinten als von vorne. Den Call Center Mit­ar­bei­ter hören wir nur für wenige Minu­ten, und der Zahn­arzt beglei­tet uns maxi­mal eine halbe Stunde. An guten Tagen, ver­steht sich. Unsere Mei­nung zu vielen Mit­men­schen ent­steht also in den kurzen Momen­ten, die wir mit ihnen teilen. 

Pro­ble­ma­tisch ist, dass wir oft an sol­chen Moment­auf­nah­men fest­hal­ten. Noch pro­ble­ma­ti­scher ist es, wenn aus diesen Moment­auf­nah­men eine nega­tive Mei­nung ent­steht, ja viel­leicht sogar ein Vor­ur­teil gegen­über einer ganzen Men­schen­gruppe. Dann fällt es uns beim besten Willen nicht mehr ein, diesen Men­schen Glück und Gutes zu wün­schen.

Mach dir bewusst, dass jeder Mensch mehr ist, als nur ein Moment. Keine Moment­auf­nahme kann als Grund­lage dafür dienen, ob Men­schen Glück ver­dient haben. Sicher­lich fallen dir Situa­tio­nen in deinem Leben ein, auf die du selber nicht ganz stolz bist. Hast du des­we­gen weni­ger Glück und Gutes in deinem Leben ver­dient? Eben. Erin­nere dich daran. Vor allem in Momen­ten, wenn dir der Paket­bote davon läuft und du dein zwan­zig Kilo Paket schweiß­trei­bend in den drit­ten Stock schleppst.

Es ist also nicht unmög­lich, Men­schen Glück zu wün­schen, die weder unse­rer Fami­lie, unse­ren Freun­den oder einer Flug­ge­sell­schaft ange­hö­ren. Pro­biere es doch ein­fach mal aus! Viel­leicht schaffst du es in nächs­ter Zeit, einer Person Glück und Gutes zu wün­schen, bei der es dir jetzt noch schwer fällt. Denke ein­fach an unsere klei­nen Impulse und das schöne Gefühl von Unter­stüt­zung, Glaube und Mut, die der­je­nige erhal­ten wird. Auf geht’s!

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Bild: Ian Schnei­der auf Uns­plash