Ist der Vordrängler den Wutausbruch wert oder hat er dich einfach nicht gesehen? Antwortest du abends noch auf stressige Mails oder schaltest du auch mal ab? Wie wir auf solche Situationen reagieren, hängt davon ab, wie wir sie bewerten, wie viel Raum wir ihnen geben und wie gefestigt wir in uns selbst sind. Gelassenheit kann man lernen!

Ruhe bewahren – auch in stressigen Situationen

Von null auf hundert im Bruchteil einer Sekunde – Was kein Auto schafft, gelingt uns leider viel zu oft. In solchen Momenten verlieren wir die Kontrolle darüber, was wir sagen und tun. Und lassen uns nur allzu leicht zu Reaktionen hinreißen, die wir später bereuen. Doch ganz hilflos stehen wir diesen Instinkten nicht gegenüber. Meditation kann uns helfen, mehr Selbstkontrolle und Gelassenheit zu entwickeln, auch in Momenten, die uns sonst zur Raserei bringen würden.

Wenn die äußeren Umstände stimmen, fällt es uns oft leicht, gelassen zu sein. Ob im Urlaub oder abends gemütlich zu Hause – wo keine Herausforderungen auf uns lauern, sind wir die Ruhe selbst. Im täglichen Durcheinander fällt es oft schwerer, die Ruhe zu bewahren. Doch die regelmäßige Stille der Meditation macht uns unabhängiger von äußeren Reizen und schafft einen Ort der Ruhe in uns selbst, auf den wir immer zurückgreifen können. Und je häufiger du die Stille übst, desto leichter findest du auch in schwierigen Situationen den Zugang.

Überlegter reagieren – und manches auch einfach hinnehmen

Zusätzlich schärft Meditation den Blick für das Wesentliche. Oft reagieren wir auf Situationen, in denen wir uns herausgefordert fühlen, automatisch – meistens mit Abwehr und Widerstand. Und empfinden wir Widerstand, ist die Gelassenheit dahin.

Je bewusster wir die ständigen Anreize und Herausforderungen um uns herum wahrnehmen und je klarer wir sie bewerten können, desto leichter fällt es uns, gelassen zu bleiben. Atmet man erst einmal kurz durch, versetzt sich vielleicht in das Gegenüber hinein und bewertet die Situation in Ruhe, fällt es schon viel leichter, nicht auf jeden äußeren Reiz gleich stark zu reagieren, die Dinge auch einmal so hinzunehmen, wie sie sind und überlegt und angemessen damit umzugehen.

Wie dir Meditation zu mehr Gelassenheit verhilft

Wenn du in der Lage bist, überlegt und gelassen auf Situationen zu reagieren, wirst du unabhängiger von Automatismen und schaffst dir letztlich ein Stück Freiheit. Auch wenn sich viele Umstände nicht ändern lassen, kannst du so freier entscheiden, wie du reagierst und eröffnest dir damit neue Möglichkeiten.

Der 7Mind-Kurs zum Thema Gelassenheit bringt dir bei, wie du in schwierigen Situationen die Ruhe bewahrst, alte Muster durchbrichst, innerlich ruhig bleibst und Aufregung in Kraft verwandelst.


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Gelassener dank Meditation: Wissenschaftliche Studien

Wie Achtsamkeit Emotionen reguliert (Brown et al., 2013)

Um herauszufinden, wie Meditation Gelassenheit beeinflusst, maßen Wissenschaftler die Hirnströme von Personen, die Bilder mit hohem Erregungslevel zu sehen bekamen. Das waren zum einen sehr positive Bilder (z.B. Erotikbilder), zum anderen sehr negative (z.B. Gewaltbilder). Prinzipiell ist bei solchen Bildern eine starke Reaktion in Gehirnbereichen wie der Amygdala zu beobachten, die emotionale Reaktionen steuern und somit Gefühle auf solche Stimuli (Bilder) hervorrufen. Wie erwartet zeigte sich, dass Probanden, die „achtsam“ waren, eine geringere Reaktion auf negative Stimuli zeigten.

Überraschenderweise war das auch bei den positiven Stimuli so. Aus diesen Befunden lässt sich schlussfolgern, dass Achtsamkeit neuronale Antworten in einem frühen Stadium der emotionalen Verarbeitung moduliert, unabhängig davon, ob es sich um positive oder negative Stimuli handelt. Das hat allerdings keine Auswirkungen auf die emotionale Reaktion, sondern zeigt, dass achtsame Menschen mehr Ressourcen für Emotionsregulation aufbringen können. So wird ein gesundes emotionales Funktionsniveau gefördert.

Wie Achtsamkeit Ressourcen regeneriert (Friese et al., 2012)

Um gelassen reagieren zu können, ist es wichtig, dass man seine eigenen Emotionen kontrollieren kann. Und tatsächlich konnten Schweizer Wissenschaftler zeigen, dass bereits eine kurze Achtsamkeitsmeditation der negativen Wirkung von Selbstkontrolle entgegenwirkt. Selbstkontrolle verbraucht kognitive Ressourcen. Das hat vor allem eine negative Wirkung auf nachfolgende Übungen, da für die Bearbeitung dieser dann die entsprechenden Ressourcen fehlen. Das zeigten die Wissenschaftler anhand eines Experiments, in dem die Teilnehmenden zuerst Selbstkontrolle ausüben mussten oder nicht. Ein Teil der Probanden meditierte danach, ein Teil machte lediglich eine Malaufgabe. Bei der nachfolgenden Konzentrationsaufgabe zeigte sich, dass die Gruppe, die meditiert hatte fast so gut wie die Kontrollgruppe abschnitt. Meditation gleicht den Ressourcenverbrauch nach Ausübung von Selbstkontrolle wieder aus. Meditation führt also dazu, dass wir verbrauchte Ressourcen schneller regenerieren können. So gehen wir nicht gleich an die Decke, wenn der Autofahrer vor uns schlecht fährt – auch wenn wir einen stressigen Tag hatten.