von Timea Cheese­man

Spä­tes­tens beim Ein­stieg in die Arbeits­welt springt uns plötz­lich eine bit­tere Rea­li­tät vor die Augen: Jeder Mensch ist anders – vor allem im Beruf. Und plötz­lich müssen wir mit Men­schen zusam­men­ar­bei­ten, die ganz anders an Dinge her­an­ge­hen als wir. Men­schen, die viel­leicht chao­ti­scher, peni­bler, krea­ti­ver oder unfle­xi­bler sind. Was als Schock anfängt, endet oft sanft in der Resi­gna­tion. Mit den Jahren lernen wir, die ver­schie­de­nen Arbeits­wei­sen unse­rer Kol­le­gen, nun ja, zu tole­rie­ren, und die eigene Arbeits­weise anpas­sen. Aber ab und zu fla­ckert doch noch ein biss­chen Wehmut auf: Warum können unsere Kol­le­gen nicht ein biss­chen mehr so sein wie wir selbst?

Doch kein Grund zur Resi­gna­tion. Wer sagt, dass wir nur gut mit Men­schen arbei­ten können, die genauso ticken wie wir? Viel­mehr brau­chen wir Ver­ständ­nis dafür, dass es unter­schied­li­che Arbeits­wei­sen gibt und jede Arbeits­weise ihre ganz eige­nen Vor- und Nach­teile hat. Der erste Schritt: Die eigene Arbeits­weise einmal unter die Lupe nehmen – Mit all ihren Eigen­hei­ten und Macken. 

Wir stel­len dir ver­schie­dene Arbeits­ty­pen vor und geben dir anschlie­ßend vier Impulse, wie du mit dem neuen Wissen deinen Arbeits­all­tag erleich­terst. Wie tickst du, wenn es um Orga­ni­sa­tion, neue Auf­ga­ben oder Detail­ver­liebt­heit geht? Finde es heraus: 

Orga­ni­sa­tion

Der/​Die Planungs-​Fetischist/​in:
Ohne Plan heißt für dich: Ohne mich. Egal, ob es darum geht, dir mor­gens deine täg­li­che To-Do Liste zu erstel­len, dich auf das nächste Mee­ting vor­zu­be­rei­ten oder dich mit der Anfahrt für den nächs­ten Betriebs­aus­flug zu beschäf­ti­gen: Für dich beginnt jeder Schritt mit einem Plan. Als Pla­nungs-Feti­schist hast du alles im Griff, weißt, was wann zu erle­di­gen ist und teilst dir deine Arbeit dem­entspre­chend ein. Pla­nung und Orga­ni­sa­tion gibt dir Sicher­heit und das gute Gefühl, alles unter Kon­trolle zu haben. Klingt rosig? Ist es auch. Zumin­des­tens so lange bis etwas Unvor­her­ge­se­he­nes pas­siert. Denn dann gerät dein Sicher­heits­ge­rüst ins Wanken und du wirst nervös und ange­spannt. Wenn du darauf ach­test, dass du deine aus­ge­klü­gel­ten Pläne auch wirk­lich umsetzt und du durch deinen Pla­nungs-Feti­schis­mus nicht unfle­xi­bel wirst, sind deine Pläne der per­fekte Grund­stein für eine erfolg­rei­che Zukunft. Als Pla­nungs-Feti­schist bist du der Orga­ni­sa­ti­ons-Engel deines Teams.

Der/​Die Chaos-​Held/​in:
Wie heißt es so schön: Das Genie beherrscht das Chaos! Ein Spruch, den du gerne dann zitierst, wenn die Dinge, nun ja, wieder mal unüber­sicht­lich werden. Gut, du planst viel­leicht zu wenig. Dafür beschäf­tigst du dich viel lieber mit dem, was gerade deinen Weg kreuzt und wofür du die Muße hast. Pla­nung ist für dich eher neben­säch­lich, viel­leicht fühlst du dich dadurch sogar in deinem Schaf­fen und deiner Krea­ti­vi­tät ein­ge­engt. Als Chaos-Held kommst du leider zu schnell in Situa­tio­nen, in denen die Dinge aus dem Ruder laufen. Das ist anstren­gend und sorgt dafür, dass du schlecht abschal­ten kannst. Zudem ziehst du mit deiner chao­ti­schen Art auch mal den ein oder ande­ren Kol­le­gen mit in den Schla­mas­sel. Aber dadurch, dass du Dinge gerne auf dich zukom­men lässt, zeigst du auch immer wieder, dass du krea­tiv und fle­xi­bel auf Unvor­her­ge­se­he­nes reagie­ren kannst. So konn­test du auch schon deinen Team­mit­glie­der in unüber­sicht­li­chen Situa­tio­nen Mut machen und sie auf deine char­mant-chao­ti­sche Art inspi­rie­ren.

Neue Auf­ga­ben

Der/​Die Neugierige/​r Anpacker/​in:
Alles, was neu ist, glänzt. Und alles was glänzt, gefällt dir. Denn in einer Sache bist du dir ganz sicher: Das Leben wäre lang­wei­lig, würde alles beim Glei­chen blei­ben. Wo wäre denn da die Auf­re­gung und die Span­nung? Alles Neue und Inter­es­sante weckt in dir Begeis­te­rung und Lebens­freude – vor allem, wenn es um neue Auf­ga­ben und Ver­än­de­run­gen im Berufs­all­tag geht. Und so stürzt du dich mit Lei­den­schaft und vollem Elan in neue Auf­ga­ben, pro­bierst und expe­ri­men­tierst. Bei so viel Begeis­te­rung kann es schon einmal pas­sie­ren, dass du alte, noch aus­ste­hende Pflich­ten ver­gisst und Rou­ti­ne­ar­bei­ten ans Ende deiner To-Do-Liste rut­schen. Deine Her­aus­for­de­rung liegt vor allem darin, dich trotz lei­den­schaft­li­chen Eifers nicht zu ver­zet­teln und das Tages­ge­schäft nicht aus den Augen zu ver­lie­ren. Wenn du einmal gelernt hast, deine impul­sive Lei­den­schaft für alles Neue zu zügeln, kann dich so schnell nichts mehr umhauen. Ganz im Gegen­teil, rich­tig dosiert kannst du in deinem freu­di­gen Schwung oft auch noch deine Team­mit­glie­der mit­rei­ßen und andere wie kein zwei­ter für die Schön­heit einer neuen Sache begeis­tern.

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Der/​Die zögernde/​r Skeptiker/​in:
Deine Mit­men­schen nennen dich zynisch und pes­si­mis­tisch, du hin­ge­gen fin­dest, dass du ein­fach nur ein kri­ti­sches Köpf­chen bist. Neue Auf­ga­ben und Ver­än­de­run­gen lösen in dir keinen Flucht­in­stinkt aus, aber bevor du zur Tat schrei­test, möch­test du sicher sein, dass hier auch alles mit rech­ten Dingen zugeht. Wäh­rend deine Kol­le­gen schon ganz freu­de­trun­ken in Zukunfts­vi­sio­nen schwel­gen, bist du immer noch dabei, die Situa­tion zu eru­ie­ren. Um was geht es hier eigent­lich? Ver­fol­gen wir auch das rich­tige Ziel? Ist das wirk­lich der beste Weg, um dieses Ziel zu errei­chen? Du gehst kri­tisch und ana­ly­tisch an neue Auf­ga­ben heran. Als zögern­der Skep­ti­ker ver­schwen­dest du aber auch viel Zeit damit, Dinge zu prüfen, die even­tu­ell gar nicht rele­vant sind und hältst dich unnö­tig lange mit mög­li­chen Pro­blem­quel­len auf. Zudem sorgt deine kri­ti­sche Her­an­ge­hens­weise dafür, dass du schnell unsi­cher wirst und womög­lich sogar den Mut ver­lierst. Dank deiner skep­ti­schen Her­an­ge­hens­weise ent­deckst du aber auch früh­zei­tig Unstim­mig­kei­ten und kannst im Zwei­fels­fall Fehler ver­mei­den, bevor sie über­haupt ent­ste­hen. In der rich­ti­gen Dosis ist ein kri­ti­scher Kopf Gold wert – Das weiß auch dein Team und schätzt dich dafür. 

Detail­ver­liebt­heit

Der/​Die Hingebungsvolle/​r Perfektionist/​in:
Na komm, Hand aufs Herz: Kann etwas über­haupt per­fekt genug sein? Du weißt natür­lich, dass die Ant­wort hier nein” heißt. Denn Per­fek­tion ist für dich ein Ideal, das dir zwar die Rich­tung weist, aber sich nicht so ein­fach errei­chen lässt. Schließ­lich fallen dir bei jeder erle­dig­ten Auf­gabe min­des­tens fünf Dinge ein, die du hät­test besser machen können. Du hast eine genaue Vor­stel­lung davon, was du mit deiner Arbeit errei­chen willst und welche Ansprü­che das Ergeb­nis für dich erfül­len muss – Per­fek­tio­nis­mus, der auch seinen Preis hat. Hast du weder die Zeit noch die Mittel, eine Auf­gabe bis zur Per­fek­tion aus­zu­füh­ren, schlägt es dir gewal­tig auf die Stim­mung: Anspan­nung und Unzu­frie­den­heit brei­ten sich aus und dich beschleicht das unan­ge­nehme Gefühl, etwas Unvoll­kom­me­nes in die Welt gesetzt zu haben. Zudem erle­digst du auch die Auf­ga­ben in Per­fek­tion, die es eigent­lich gar nicht bräuch­ten und ver­lierst dadurch viel Zeit und Kraft. Doch es ist eben auch deine genaue und sau­bere Arbeits­weise, die von deinen Kol­le­gen und Chefs geschätzt wird. Schließ­lich über­lässt dich nichts dem Zufall. Durch deine per­fek­tio­nis­ti­sche Arbeits­weise erreichst du nicht selten Meis­ter­leis­tun­gen und setzt neue Stan­dards – für dich und dein Team. 

Der/​Die kalkulierte/​r Minimalist/​in:
Mini­ma­ler Auf­wand, maxi­male Leis­tung – Ein Prin­zip, das dich auch schon, mehr oder weni­ger erfolg­reich, durch die Schul­zeit gebracht hat. Unzu­frie­den­heit mit der eige­nen Arbeits­weise? Fehl­an­zeige. Detail­ver­lieb­tes Arbei­ten ist eben ein­fach nicht dein Ding. Oft sind diese Details ja auch gar nicht so wich­tig und halten dich nur unnö­tig auf. Du machst das, was sein muss, hakst es ab und gehst zur nächs­ten Auf­gabe über. Soll­test du etwas über­se­hen haben oder sollte eine Auf­gabe doch noch mehr Hin­gabe benö­ti­gen, kannst du ja auch immer noch mal ran, rich­tig? Bei Arbei­ten, die Detail­ver­liebt­heit und eine peni­ble und gewis­sen­hafte Her­an­ge­hens­weise for­dern, ist bei dir das Limit erreicht. Mit deiner Arbeits­weise sparst du dir viel Zeit und Mühe, sodass sich deine To-Do-Listen auch schnell abar­bei­ten lassen und du in kurzer Zeit viel erreichst. Wenn es also mal schnell gehen muss, wissen deine Kol­le­gen, dass sie bei dir genau rich­tig sind. 

Stär­ken erken­nen, Schwä­chen ein­ge­ste­hen

Und, hast du dich wie­der­er­kannt? Viel­leicht muss­test du ja beim Lesen gerade ein klei­nes biss­chen über dich selbst schmun­zeln oder hat­test bei einer Beschrei­bung auch gleich das Bild eines Kol­le­gen im Kopf. Ein Gespür für die eigene Arbeits­weise und Per­sön­lich­keit zu ent­wi­ckeln, ist wich­tig, denn es hilft dir dabei, sowohl die Vor­teile, als auch die Nach­teile deiner Her­an­ge­hens­weise zu erken­nen. Das Glei­che trifft natür­lich auch auf die Arbeits­weise deiner Kol­le­gen zu. 

Damit dir das Wissen über den eige­nen Arbeits­ty­pen den Berufs­all­tag erleich­tert, soll­test du dir ein Bewusst­sein für die Stär­ken und Schwä­chen deiner Arbeits­weise schaf­fen. Sich seiner Stär­ken bewusst zu sein, schafft Zufrie­den­heit und Selbst­be­wusst­sein – Und ist der beste Weg zum Erfolg. Wer die Schwä­chen seiner Arbeits­weise kennt, kann schnel­ler pas­sende Lösungs­wege finden. Wenn du zum Bei­spiel ein Pla­nungs-Feti­schist bist, dann ver­su­che doch in der nächs­ten Woche mal, dir einen Tag lang nur einen groben Plan zu erstel­len und dir etwas Fle­xi­bi­li­tät ein­zu­räu­men.

Das Gespür für ver­schie­dene Arbeits­wei­sen hilft dir nicht nur beim eige­nen Berufs­er­folg, son­dern auch bei der Arbeit im Team. Mit mehr Ver­ständ­nis für die Arbeits­wei­sen deiner Kol­le­gen, weißt du in Zukunft genau, welche Kol­le­gen dich bei wel­cher Auf­gabe am besten mit ihrer Indi­vi­dua­li­tät unter­stüt­zen können! 

Die Pro­duk­ti­vi­tät stei­gern mit Acht­sam­keits­trai­ning:
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Die Pod­cast­folge zum Impuls der Woche:


Bild­quelle: Sak­s­ham Gang­war auf Uns­plash

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