Die meisten Menschen meinen, dass es gut ist, hohe Ansprüche an sich selbst zu haben. Immer sein Bestes zu geben, mit hoher Arbeitsmoral und Motivation an Aufgaben zu gehen, ist in vielen Augen ein Zeichen von Charakter. Und in der Tat können uns diese hohen Ansprüche zu Spitzenleistungen anspornen. Ein Paradebeispiel dafür sind Sportler wie Tiger Woods oder Michael Jordan, die unglaublich hart trainiert haben, um die Allerbesten in ihrer Disziplin zu werden. Im Vorstellungsgespräch ist "Perfektionismus" die beliebeste Antwort auf die Frage nach Schwächen, weil er eigentlich als Stärke gesehen wird. Echter "Perfektionismus" ist jedoch etwas anderes.

Perfektionismus als Angst vorm Scheitern

Ein Perfektionist zu sein, bedeutet nicht einfach, hohe Ansprüche zu setzen, sondern Fehler als schrecklich anzusehen und alles Mögliche zu tun, um sie zu vermeiden. Für Perfektionisten ist alles Nicht-Perfekte schrecklich – ja selbst kleinste Fehler sehen sie oft als Katastrophe.

Was hinter dieser beinharten Einstellung zu Fehlern steckt, ist nicht der Wunsch, das Beste aus sich herauszuholen. Viele Perfektionistensind vielmehr getrieben von der Angst vorm Scheitern. Falls du dich in diesen Zeilen ein wenig wiedererkennst, wollen wir dir heute ein paar Tipps mitgeben, um besser mit Perfektionismus umzugehen.

Mit den eigenen Fehlern leben lernen

1) Versuche Fehler als Lernmöglichkeiten wahrzunehmen. Anstatt Fehler als Katastrophe zu sehen, kannst du sie re-interpretieren. Sie sind ein wichtiger Teil des Lernprozesses und auf kurz oder lang unvermeidbar. Fehlern ein wenig nüchterner und gelassener entgegen zu treten, ist ein wichtiger erster Schritt.

2) Übe dich darin, deine Situation durch die Augen anderer zu sehen. Oft beurteilen sich Perfektionisten viel härter als ihre Mitmenschen das würden.

3) Zoome aus der aktuellen Situation hinaus und schaue aufs große Ganze. Ist es wirklich nötig, in dieser Situation so hohe Ansprüche zu stellen? Was wäre das Schlimmste, das passieren könnte, wenn du es etwas gelassener angehen lässt?

4) Und zu guter Letzt : Erkenne deine Erfolge an! Perfektionisten neigen dazu, niemals mit Leistungen zufrieden zu sein, obwohl sie immer wieder Gutes leisten. Nimm dir manchmal bewusst Zeit, dir selbst Anerkennung zu zollen.

So wirst du mit ein wenig Übung die richtige Balance aus hohen Ansprüchen und übergroßem Perfektionismus finden.