von Alex­an­dra Gün­ther

Früh­jahrs­mü­dig­keit. Alle Jahre wieder erwi­schen uns ihre Sym­ptome wie Erschöp­fung, Müdig­keit, Kopf­schmer­zen, Kon­zen­tra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten, Ener­gie- und Moti­va­ti­ons­man­gel. Grund dafür ist der kleine Win­ter­schlaf“, in den wir wäh­rend der kalten Jah­res­zei­ten ver­fal­len. Durch den Mangel an natür­li­chem Licht pro­du­ziert der Körper weni­ger Sero­to­nin – das Hormon, das uns wach und gute Laune macht. Dadurch über­wiegt das Schlaf­hor­mon Mela­to­nin im Körper, und wir sind müder. 

Also werden wir wieder fitter, wenn der Früh­ling kommt? Im Gegen­teil. Mit den ersten Son­nen­ta­gen im Früh­ling stellt der Körper das Hor­mon­sys­tem wieder um, und das Herz-Kreis­lauf-System muss sich an die Tem­pe­ra­tur- und Licht­schwan­kun­gen gewöh­nen – Höchst­ar­beit für den Körper. Und Ursa­che für die berühmte Früh­jahrs­mü­dig­keit.

Die typi­sche Früh­jahrs­mü­dig­keit dauert einige Tage bis höchs­tens vier Wochen. Aber man ist nicht so macht­los, wie man denkt. Der beste Weg ist, den Körper bei seiner Arbeit zu unter­stüt­zen. Mit unse­ren sieben Tipps gelingt das:

1. Rich­tig (aus dem Win­ter­schlaf) erwa­chen

Beson­ders in Zeiten, in denen der Körper schon belas­tet ist, ist ein gesun­der Schlaf wich­tig. Acht bis neun Stun­den Schlaf sind im Früh­jahr daher Pflicht. Außer­dem sollte man seinen Rhyth­mus so gut wie mög­lich nach der Sonne rich­ten, um mög­lichst viel Licht abzu­grei­fen. Daher ent­ge­gen der blei­er­nen Müdig­keit zeitig auf­ste­hen und lieber mit­tags ein Nicker­chen machen – maxi­mal drei­ßig Minu­ten, sonst wird wieder Mela­to­nin pro­du­ziert.

2. Schüt­tel dein‘ (Winter-)Speck!

Wie so oft ist Bewe­gung ein All­heil­mit­tel. Durch die erste Früh­lings­wärme weiten sich die Blut­ge­fäße, der Blut­druck sinkt – und das macht zusätz­lich müde. Sport und Spa­zier­gänge, vor allem im Freien, regen den Kreis­lauf an. Viel­leicht hast du ja sowieso schon länger vor, deine Aus­dauer zu ver­bes­sern. Aus­dau­er­sport wie Joggen, Rad­fah­ren oder Walken hilft, den Kreis­lauf zu sta­bi­li­sie­ren, sodass er schnel­ler auf Touren kommt und Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen besser weg­ste­cken kann.

3. Du bist, was du isst.

Also im Früh­ling mög­lichst viele Vit­amine zu sich nehmen, am besten kon­zen­triert? Fehlt es einem an Ener­gie, greift man gerne zum Vit­amin­prä­pa­rat, anstatt sich ein­fach besser zu ernäh­ren. Aller­dings ist es ein Irr­glaube, dass man gar nicht zu viele Vit­amine haben kann. Die Ernäh­rung lie­fert dem Körper alle not­wen­di­gen Ener­gie­res­sour­cen – vor­aus­ge­setzt wir ernäh­ren uns aus­ge­wo­gen. Fehlt einem die Ener­gie, ist der Griff zum Vit­amin­prä­pa­rat zwar bequem. Das hilft aber laut Nah­rungs­mit­te­l­ex­per­ten nicht. Denn der mensch­li­che Körper ist ein per­fekt aus­ba­lan­cier­tes System. Wenn man gesund ist, kann man nicht unter Vit­amin­man­gel leiden. 

Statt­des­sen emp­feh­len Exper­ten, das Ver­dau­ungs­sys­tem auf Touren zu brin­gen, indem man zum Bei­spiel auch mal zu schwer ver­dau­li­chen Nah­rungs­mit­teln wie Gurke oder ande­rer Roh­kost greift. Nutze doch das Früh­jahr, um regio­nale Pro­dukte zu genie­ßen, die auch schon von ersten Son­nen­strah­len des Jahres pro­fi­tiert haben und so natür­li­che Vit­amin­lie­fe­ran­ten sind. Und bleibt trotz­dem die Ver­mu­tung, dass ein Vit­amin­man­gel vor­liegt, unbe­dingt beim Arzt abklä­ren lassen und nicht zur Selbst­me­di­ka­tion grei­fen.

4. Lebens­e­xi­lier Wasser

Wasser ist das Lebens­eli­xier schlecht­hin. Brin­gen die stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren den Blut­druck zum Tief­punkt, hilft Wasser, ihn wieder in die Höhe zu trei­ben. Das Blut wird ver­dünnt und die Flüs­sig­keit in den Blut­ge­fä­ßen nimmt zu. Fühlt man sich so rich­tig schlapp, helfen iso­to­ni­sche Getränke, da sie genau der Zusam­men­set­zung des Blutes ent­spre­chen und so schnell in die Gefäße gelan­gen.

Zusätz­lich helfen Tees, die den Stoff­wech­sel und ver­schie­dene Kör­per­funk­tio­nen anre­gen. Tees aus Brenn­nes­seln, Löwen­zahn und Bir­ken­blät­tern eignen sich beson­ders gut und schme­cken abge­kühlt und mit einem Sprit­zer Zitrone, Honig oder Holun­der­blü­ten­si­rup auch gar nicht so übel, son­dern sogar ein biss­chen nach Sommer. Die bele­bende Wir­kung der Kräu­ter kann man sich auch mit Ölen zunutze machen. Minzöl tags­über auf die Schlä­fen auf­ge­tra­gen oder Ros­ma­rin in einem Fußbad bele­ben Körper und Geist – und duften auch noch gut.

5. Licht, Licht und noch­mal Licht

Das, was schuld an der ganzen Misere ist, soll man für sich nutzen? Ja, denn je mehr man sich Licht aus­setzt, desto schnel­ler gewöhnt sich der Körper daran. Zudem pro­du­ziert er dann ver­mehrt Sero­to­nin. So werden die Hor­mone schnel­ler wieder ins Gleich­ge­wicht gebracht. Dazu am besten mor­gens ein paar Minu­ten am offe­nen Fens­ter sitzen, die Mit­tags­pause für einen Spa­zier­gang nutzen oder ein län­ge­res Son­nen­bad im Fei­er­abend genie­ßen. Dabei ein paar Minu­ten warten, bis man sich mit Son­nen­creme ein­schmiert – denn die blockt das UV-Licht, das die Sero­to­nin­pro­duk­tion ankur­belt.

6. Ein­at­men, aus­at­men, BÄÄM

…und du bist wach. Fri­sche Luft bringt Sau­er­stoff ins Gehirn und ver­treibt die Müdig­keit. Dafür ein­fach mor­gens am offe­nen Fens­ter tief ein- und aus­at­men. Viel­leicht hilft es dir, dabei darauf zu achten, welche Früh­lings­ge­rü­che heute neu dazu­ge­kom­men sind. Yoga oder Medi­ta­tion sowie Aus­dau­er­trai­ning helfen dir zusätz­lich, deine Atmung zu inten­si­vie­ren und zu ver­län­gern, sowie die Sau­er­stoff­auf­nahme zu erhö­hen. Bewe­gung hilft ja sowieso – und schon hast du zwei Flie­gen mit einer Klappe geschla­gen.

7. Stress­frei durch den Früh­ling

Zudem hilft ein regel­mä­ßi­ger, tiefer Atem, auch in stres­si­gen Situa­tio­nen ruhig zu blei­ben. Denn Stress senkt das sowieso schon nied­rige Sero­to­nin­ni­veau noch zusätz­lich. Das führt dazu, dass man sich noch erschöpf­ter fühlt. Mas­sa­gen, Aku­pres­sur-Matten oder Acht­sam­keits­me­di­ta­tion (am besten vor der Mor­gen­sonne am offe­nen Fens­ter – schon die dritte Fliege), oder auch das Erin­nern an einen schö­nen Moment ver­pas­sen jedem den Sero­to­n­in­schub, den man im Früh­jahr so nötig hat.

Und wenn das alles nicht bringt, hilft es viel­leicht, sich daran zu erin­nern, dass es aller­höchs­tens vier Wochen anhält. Und dass es immer noch schö­ner ist, vor Müdig­keit zwi­schen Kro­kusse zu sinken als in grauen, kalten Schnee­matsch.



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