von Alex­an­dra Gojowy

Ostern ist ein wun­der­ba­rer Anlass, um die Fami­lie ein­zu­la­den. Vorher wird natür­lich ordent­lich ein­ge­kauft: Oster­nest, Scho­ko­lade, Deko und Geschenke. Viel­leicht noch Putz­mit­tel, um die Woh­nung auf Vor­der­mann zu brin­gen. Beson­ders an den Fei­er­ta­gen ver­ges­sen wir gerne, dass unser Kon­sum­ver­hal­ten direkte Aus­wir­kun­gen auf Mensch, Tier und Umwelt hat. Dabei sind wir uns doch einig; wir alle haben eine Ver­ant­wor­tung. Und jeder kann etwas tun.

Bas­teln und Heim­wer­ken feiern schon seit Jahren ein Revi­val in unse­ren vier Wänden. Dank Pin­te­rest und Youtube hat dieser Trend sogar einen hippen Namen bekom­men: “DIY” (Do It Yours­elf). Mamas Tipps heißen jetzt offi­zi­ell Life Hacks” und wer sich Ketten aus Kron­kor­ken an den Ruck­sack hängt, hat heut­zu­tage ein Talent in Upcy­cling”. Eine Bewe­gung, die wir ganz wun­der­bar finden. Denn die Deut­schen sind tat­säch­lich Euro­pa­meis­ter im Müll-Pro­du­zie­ren — rund 215 Kilo Müll pro Person im Jahr. Das ist eine Menge, vor allem weil wir viele Dinge gar nicht kaufen müss­ten, son­dern ganz ein­fach selbst her­stel­len können. 

Mit diesem Arti­kel star­ten wir unsere neue Maga­zin-Reihe zum Thema Nach­hal­tig­keit. Wir begin­nen mit dem Thema “DIY”, denn das berei­chert Mensch und Natur. Am Ende hat man ein schö­nes Geschenk für sich selbst oder andere und wird neben­bei auch noch glück­lich.

Bas­teln statt Scho­ko­lade: Glück­lich­ma­cher ohne Kalo­rien

Bas­teln ist ein Stim­mungs­ma­cher — das sagt sogar die Wis­sen­schaft. Dieser Effekt hat etwas mit unse­rer kind­li­chen Seite zu tun, genauer, mit dem Schwel­gen in Erin­ne­run­gen. Eier aus­pus­ten, Bilder für die Oma malen, einen Oster­kranz backen — Krea­ti­vi­tät ver­bin­den wir auto­ma­tisch mit unse­rer Kind­heit. Ein For­schungs­pro­jekt der Har­vard Busi­ness School hat her­aus­ge­fun­den, dass durch Bas­teln Hilfs­be­reit­schaft, Groß­zü­gig­keit und Mit­ge­fühl gestei­gert werden. Bas­teln för­dert außer­dem die Kon­zen­tra­tion. Denn dabei kann man der Fan­ta­sie freien Lauf lassen und sich voll und ganz in seiner Tätig­keit ver­lie­ren. Ähn­lich wie beim Medi­tie­ren, wird der Fokus ganz gezielt aus­ge­rich­tet. Das ermög­licht eine Aus­zeit von All­tags­ge­dan­ken, Arbeits­stress und Sorgen. Alles was man für sein nächs­tes DIY-Pro­jekt braucht ist Zeit, Krea­ti­vi­tät und Inspi­ra­tion, zum Bei­spiel durch die fol­gen­den fünf Pro­jekte.

1. Alles Vege­ta­risch: Veggie für dich und deine Woh­nung

Vegane Scho­ko­lade, Pflan­zen­milch, glu­ten­freie Kekse — auf dem Blog Alles Vege­ta­risch findet man gesunde Alter­na­ti­ven für ein Ostern ganz ohne Braten und wer mag sogar ohne Ei. Das hört sich für dich etwas fremd an? Keine Angst, du musst nicht gleich deine Ernäh­rung umstel­len. Auf dem Alles-Vege­ta­risch-Blog fin­dest du auch viele andere Tipps für einen rundum nach­hal­ti­gen Alltag. Putzen mit gutem Gewis­sen ist schließ­lich nicht nur etwas für Vega­ner, son­dern für jeden, der keine Lust auf Chemie auf der Arbeits­platte oder im Bade­zim­mer hat. Schon mit weni­gen Zuta­ten kann man sich seinen eige­nen Uni­ver­sal­rei­ni­ger oder sogar Wasch­pul­ver zusam­men­mi­xen. Noch dazu sind selbst­ge­machte Putz­mit­tel frei von tie­ri­schen Inhalts­stof­fen. Eine kleine Rezept­samm­lung fin­dest du in diesem Arti­kel. So bleibt das Schlimmste am Putzen nur der eigene Gesang ;).

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2. Green Friday: Von Bier­brauen bis Bie­nen­stock — DIY-Ideen aus Berlin

Annas Blog beschäf­tigt sich mit allem, was das Groß­stadt­le­ben ein biss­chen grüner macht. Seit 2011 schreibt die Blog­ge­rin über wis­sens­werte Themen rund um die Nach­hal­tig­keits­be­we­gung in Berlin. In ihren infor­ma­ti­ven und humor­vol­len Bei­trä­gen spricht sie mit ver­schie­de­nen Akteu­ren der Szene über Slow Food, Natur­kos­me­tik und alles was ihr — und uns — Spaß macht. Wie fühlt es sich an, selber Sau­er­kraut her­zu­stel­len? Kann eigent­lich jeder Imker werden? Und welche loka­len Pro­jekte kann man unter­stüt­zen? Annas Blog lie­fert Ant­wor­ten mit Augen­zwin­kern.

3. Max Green: Gesund durch Sel­ber­ma­chen

Schon mal von selbst­ge­mach­tem Rog­gen­mehl-Sham­poo und Bam­bus­zahn­bürs­ten gehört? Egal, wie komisch es klingt — Max hat es aus­pro­biert. Auf seinem Blog zeigt er dir, wie du deine eigene Zahn­pasta mixen kannst oder Eis­wür­fel ganz ohne Plas­tik­ver­pa­ckung her­stellst. Dabei stellt er sich ganz all­täg­li­che Fragen. Zum Bei­spiel, ob Äpfel wirk­lich aus Costa Rica kommen müssen oder was Zucker eigent­lich mit unse­rem Körper macht. Einen beson­de­ren Fokus legt er auf eine gesunde Ernäh­rung und ein Leben ohne unnö­ti­gen Ver­pa­ckungs­müll.

4. Es grünt so grün — auch in der Stadt

Viele DIY-Pro­jekte nehmen viel Zeit in Anspruch. Wer nicht genug freie Nach­mit­tage oder Muße im Alltag hat, kann sich zum Bei­spiel auf dem Green Market in Berlin mit hand­ge­mach­ten und lie­be­vol­len Pro­duk­ten ein­de­cken. in vielen Städ­ten finden mitt­ler­weile ähn­li­che Ver­an­stal­tun­gen statt. Die Veg­gi­enale wird jähr­lich in Han­no­ver gefei­ert und malt sich eine bes­sere Welt aus natür­lich und gesund”. Euro­pas größte Messe für nach­hal­tige Pro­dukte, die Veg­gie­world, findet mitt­ler­weile in Ham­burg, Mün­chen und Düs­sel­dorf statt und lädt Besu­cher ein, viele hand­ge­machte Pro­dukte und Manu­fak­tu­ren ken­nen­zu­ler­nen. Nach­hal­tig­keit beschränkt sich schon längst nicht mehr auf vegane Ernäh­rung und Bio-Limo. Mitt­ler­weile sind diese Ver­an­stal­tun­gen zu Life­style Events gewor­den, auf denen man sich zum Bei­spiel über Jugend­pro­jekte infor­mie­ren kann, wäh­rend man lässig am Food Truck lehnt. 

5. Anders­den­ken: Upcy­cling als Krea­ti­vi­täts­trai­ning

Aus alt wird anders! In dem Blog­ar­ti­kel von Hannes Treichl kann man sich viel Inspi­ra­tion für das nächste DIY-Vor­ha­ben holen, falls die Gedan­ken von selbst nicht so rich­tig in den Fluss kommen. So wird aus der alten Küchen­reibe ein sty­li­sches Deko-Objekt oder die Plas­tik­fla­sche zum Urban Gar­de­ning Pro­jekt. Was auch immer du dir vor­nimmst, mach Schluss mit Kaufen für die Müll­tonne”. Garan­tiert gut fürs Gewis­sen und sogar deinen Geld­beu­tel.

Bewuss­ter Konsum ist mehr als nur ein Trend. Denn mitt­ler­weile ist es end­lich cool, öko” zu sein. Sel­ber­ma­chen gehört zum Nach­hal­tig­keits-Ein­mal­eins und führt auto­ma­tisch dazu, dass eigene Ver­hal­ten zu reflek­tie­ren, und Schritt für Schritt neue Gewohn­hei­ten zu eta­blie­ren. Zur Beloh­nung gibt es eine Dank­bare Umwelt und ein glück­li­ches Gehirn. Wir sind über­zeugt!

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