von Alex­an­dra Gün­ther

Weißt du noch, wie sich der Sommer als Kind ange­fühlt hat? Diese herr­li­che Ziel­lo­sig­keit an langen Feri­en­ta­gen? Ein­fach ohne Plan in den Tag hin­ein­le­ben und die Welt erkun­den.

Natür­lich haben die meis­ten von uns inzwi­schen keine sechs Wochen mehr frei, aber es reicht auch schon ein Urlaubs­tag oder freier Sonn­tag, um dein Feri­en­gefühl wie­der­zu­ent­de­cken – und deine kind­li­che Neu­gier. Hier unsere besten Tipps für den Urlaub oder das nächste Wochen­ende!

Lass dich trei­ben

Kinder sind wahre Künst­ler, wenn es darum geht, in den Tag hin­ein­zu­le­ben. Wahr­schein­lich erin­nern wir uns alle an dieses Gefühl, wenn sich die Tage ewig ange­fühlt haben und die Som­mer­fe­rien dann doch wie im Flug vorbei waren. Wird man erwach­sen, gewinnt Zeit einen immer grö­ße­ren Stel­len­wert und fühlt sich immer knap­per an. Dazu gehört auch, dass der wenige Urlaub, den man hat, gefäl­ligst genutzt werden muss. Ver­such an deinem nächs­ten freien Tag das Gefühl freier Zeit für dich wie­der­zu­ent­de­cken!

Nimm dir einen Tag, an dem du nichts im Voraus planst und dich ein­fach trei­ben lässt. Aus­schla­fen und dann ein­fach tun, worauf du Lust hast, ohne Uhr und Smart­phone. Ob du deine eigene Stadt ent­deckst, den Urlaubs­ort oder ein­fach nur zu Hause aus­spannst. Mal sehen, wie lang dir der Tag vor­kommt!

Lang­weile dich!

Mir ist laaa­ang­wei­lig!” — als Kind ein Ausruf purer Ver­zweif­lung, dazu ein wahrer Eltern­schreck. Dabei ist Lan­ge­weile viel besser als ihr Ruf. Nicht umsonst emp­feh­len For­scher, sich mehr zu lang­wei­len. Lan­ge­weile heißt nicht, den Kopf abzu­schal­ten, wie wir es mit Net­flix, Face­book und co. ver­su­chen (und ihn dabei nur noch mehr über­for­dern). Viel­mehr geht es darum, sich Auf­ga­ben zu widmen, in denen das Gehirn kaum gefor­dert wird. In sol­chen Phasen sind den­noch Akti­vi­tä­ten fest­stell­bar, die dazu führen, dass das Gehirn danach leis­tungs­fä­hi­ger ist als zuvor. 

Also: Ein­fach mal ohne Unter­hal­tungs­pro­gramm in den Park legen, her­um­schlen­dern oder mit einer Tasse Kaffee auf den Balkon setzen und Löcher in die Luft gucken – dann klappt’s danach auch mit dem Welt retten!

Tag­träu­men

Apro­pos Löcher in die Luft gucken: Wann hast du das letzte Mal deinen Tag­träu­men nach­ge­han­gen? Und zwar nicht nur, als du dich im schwül-heißen Büro an den See geträumt hast? Etwas, das Kinder uns Erwach­se­nen wohl immer voraus haben werden, ist Phan­ta­sie. Denn wir stehen uns oft selbst im Weg. Das geht doch gar nicht”, Ich müsste jetzt eigent­lich…” – so unge­fähr klingt unsere innere Argu­men­ta­tion.

Zeit einmal wieder rich­tig zu träu­men! Wo wärst du jetzt gern? Und wer über­haupt? Das ist nicht nur eine rich­tige Aus­zeit für dich, son­dern wird viel­leicht auch die ein oder andere Erkennt­nis zutage brin­gen.

Lass Gefühle zu

Gerade in der Trotz­phase sind Kinder kleine Meis­ter darin, alles und jeden an ihren Emo­tio­nen teil­ha­ben zu lassen. Natür­lich sollst du dich nicht an der Kasse vor Wut auf den Boden werfen. Trotz­dem tut es gut, von antrai­nier­ten Stra­te­gien wie Ver­drän­gung los­zu­kom­men und den direk­ten Draht zu seinen Emo­tio­nen wie­der­zu­ent­de­cken. (Medi­ta­tion sei hier nur als ein Weg am Rande erwähnt.) 

Ver­such doch einmal, auch die Mikro-Emo­tio­nen des All­tags wahr­zu­neh­men und zu ver­stär­ken. Wann hast du das letzte Mal deine Freude wirk­lich wahr­ge­nom­men, wenn am wohl­ver­dien­ten Wochen­ende end­lich mal gutes Wetter ist?

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Tu nicht so erwach­sen

Wenn du es geschafft hast, diesen klei­nen Emo­tio­nen eine Daseins­be­rech­ti­gung zu geben: Lass sie raus! Nicht nur Kin­dern tut es gut, so lange zu lachen bis man Bauch­schmer­zen bekommt – egal wie die Leute” nebenan gucken. Impul­si­vi­tät ist dabei der Schlüs­sel zum Glück: Was hat dir als Kind so rich­tig gute Laune gemacht? Lass es einmal für einen Tag mit der erwach­se­nen Ord­nung sein. Wühl dich zum Bei­spiel durch deinen Klei­der­schrank oder bau dir eine Höhle, in der du den ganzen Tag lesen kannst. Ent­span­nung muss nicht erwach­sen sein!

Wieso? Wes­halb? Warum?

Wer nicht fragt, bleibt dumm! Nach­dem die Frage des heu­ti­gen Ohr­wurms geklärt ist, ist es Zeit, die eigene Unwis­sen­heit zu ent­de­cken. Denn nicht nur Lan­ge­weile oder Impul­si­vi­tät brin­gen Kinder zum Lernen – auch ihre feh­lende Scheu, jede Frage, die ihnen in den Sinn kommt, auch zu stel­len. Im Zeit­al­ter von all­zeit ver­füg­ba­ren Infor­ma­tio­nen via Google und Wiki­pe­dia, ver­lie­ren wir manch­mal unsere Wiss­be­gierde. Zeit, sie wie­der­zu­ent­de­cken! Was hast du noch nie so rich­tig ver­stan­den? Wieso kann die dicke Hummel flie­gen? Wie funk­tio­nie­ren eigent­lich Kühl­schränke? Du wirst stau­nen, wie span­nend deine Umwelt mit einer Por­tion Neu­gier plötz­lich sein kann.

Trau dich!

Klar, Erwach­sene haben offi­zi­ell keine Angst. Aber wenn du ehr­lich bist, wird dir auf deiner Ent­de­ckungs­reise bestimmt das ein oder andere begeg­nen, was dir Angst macht oder schwer fällt. Oft sind es Dinge, die einem als Kind ganz leicht gefal­len sind: Auf andere zuge­hen, vom Drei­me­ter­brett sprin­gen oder heim­lich eine Tafel Scho­ko­lade vor dem Abend­es­sen ver­drü­cken. Grund dafür sind viel­leicht die Befürch­tung als anders” wahr­ge­nom­men zu werden, selbst auf­er­legte Ver­hal­tens­re­geln oder andere erwach­sene” Gründe. 

Mach dir bewusst, was dich bremst und lass es ein­fach mal hinter dir. Viel­leicht führt es ja dazu, dass das nächste Mal ein­fach machst, worauf du gerade Lust hast. Und den Stolz, sich getraut zu haben, kann einem auch kein Bauch­klat­scher von Drei­me­ter­brett nehmen.

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