von Alex­an­dra Gün­ther und Alex­an­dra Gojowy

Selten wurden wir so durch Leit­sätze geprägt, wie in den letz­ten Jahren. Wir schaf­fen das”, Was ist das für 1 life” oder Just do it”. Mottos und Slo­gans ver­kau­fen Bot­schaf­ten. Dabei können sie eigent­lich so viel mehr als Pro­dukte bewer­ben. Ein star­ker per­sön­li­cher Leit­satz kann dir helfen, dich immer wieder darauf zu besin­nen, was dir am wich­tigs­ten ist – und dich ein ganzes Leben lang beglei­ten. Ein eige­nes Motto stärkt die Intui­tion, schafft Klar­heit und hilft dir, dich neu zu moti­vie­ren, wenn es einmal schwie­rig wird.

Aber wie findet man das rich­tige Motto? Oft bilden ganz grund­le­gende Werte die Basis. Denn nur wenn dein Motto rich­tig zu dir passt, wird es dich auch moti­vie­ren. Bist du offen und aben­teu­er­lus­tig oder setzt du lieber auf Alt­be­währ­tes? Ist es dir wich­tig, jede Auf­gabe zu per­fek­tio­nie­ren oder arbei­test du gerne an meh­re­ren Pro­jek­ten gleich­zei­tig? Ant­wor­ten auf Fragen wie diese sind abhän­gig von deinen per­sön­li­chen Werten. Und diese Werte können Grund­lage für dein ganz per­sön­li­ches Motto sein. Es lohnt sich also, her­aus­zu­fin­den, was dich wirk­lich antreibt. 

Dass ein gut gewähl­tes Motto stär­ker moti­viert als Vor­sätze und kon­krete Ziel­set­zun­gen, zeigt der Blick in die Wis­sen­schaft. Abschlie­ßend ver­ra­ten wir dir außer­dem, wie du den rich­ti­gen Leit­satz für dich fin­dest.

Was willst du wirk­lich? Warum Mottos stär­ker moti­vie­ren als Vor­sätze

Wer kennt es nicht: Am Ende eines jeden Jahres werden gute Vor­sätze gefasst – und ein paar Wochen später sind sie schon wieder ver­ges­sen. Typisch dafür sind die vollen Fit­ness­stu­dios im Januar, die spä­tes­tens im März wieder nur die übli­chen Stamm­gäste beher­ber­gen. Vor­sätze schei­nen oft ein­fach zu kurz zu grei­fen.

Vor­sätze drehen sich typi­scher­weise um kon­krete Ver­hal­tens­wei­sen, zum Bei­spiel einen neuen Job finden” oder fünf Kilo abneh­men”. Ein Faktor, wieso wir oft an der Umset­zung schei­tern, ist dass wir unsere Ziele falsch defi­nie­ren. Denn selten hin­ter­fra­gen wir bei unse­ren Vor­sät­zen, was hinter diesem Ziel wirk­lich steckt. Dem Wunsch abzu­neh­men können zum Bei­spiel völlig unter­schied­li­che Werte zugrun­de­lie­gen. Möch­test du ein­fach fitter werden, ist der Wert dahin­ter viel­leicht Gesund­heit”, schlan­ker aus­zu­se­hen könnte auf Schön­heit” oder Aner­ken­nung” hin­deu­ten. Oder merkst du, dass du einen Aus­gleich zum Alltag brauchst, um dich leben­dig zu fühlen? Dann ist viel­leicht Vita­li­tät” einer deiner Grund­werte.

Wenn du statt kurz­fris­ti­ger Ziele ein grund­le­gen­des Motto defi­nierst, wird es dir leich­ter fallen, dran­zu­blei­ben. Denn ein Motto ist im Gegen­satz zu einem kon­kre­ten Vor­ha­ben fle­xi­bel. Es reflek­tiert eher eine innere Hal­tung als eine spe­zi­fi­sche Hand­lungs­an­wei­sung vor­zu­ge­ben. Wenn du merkst, dass der Vor­satz dich in deinem Motto nicht wei­ter­bringt, kannst du dein Han­deln ein­fach anpas­sen und kommst deinem echten Ziel trotz­dem näher. 

For­scher der Uni­ver­si­tät in Min­ne­sota konn­ten den Vor­teil von Mottos gegen­über Vor­sät­zen sogar in einer Studie auf­zei­gen und raten eben­falls dazu, sich eher ein über­ge­ord­ne­tes Motto suchen, nach dem man das gesamte Jahr aus­rich­ten kann. Grund­prin­zi­pien wie Freude” oder Bewe­gung”, nach denen in spe­zi­fi­schen Situa­tio­nen han­delst, können stär­ker und nach­hal­ti­ger wirken als kon­krete Trai­nings­pläne.

Die eige­nen Werte ent­de­cken

Acht­sam­keits­trai­ning kann dabei helfen, dir deine Werte ins Bewusst­sein zu rufen. Denn unsere Werte sind meis­tens nicht so leicht zugäng­lich, son­dern tief im Unter­be­wusst­sein ver­bor­gen. Medi­ta­tion und Refle­xion über die eige­nen Werte können dabei helfen, sie an die Ober­flä­che des Bewusst­seins zu brin­gen – und nach und nach intui­tiv nach ihnen zu han­deln.

7Mind kos­ten­los star­ten



Wenn du etwas mehr Anlei­tung brauchst, um deine Werte zu erkun­den, kann dir ein belieb­ter Test wei­ter­hel­fen, der vor allem im Coa­ching­be­reich gerne ver­wen­det wird. Der Fra­ge­bo­gen erfor­dert etwas Kon­zen­tra­tion und dauert etwa eine halbe Stunde – doch die ist gut inves­tiert. Denn er hilft dabei, den eige­nen Weg zu reflek­tie­ren und sich gege­be­nen­falls etwas neu aus­zu­rich­ten. Und wann nimmt an sich schon einmal die Zeit, grund­le­gend über die eige­nen Werte nach­zu­den­ken?

Zuerst geht es darum, aus vier­zig Wün­schen min­des­tens vier und maxi­mal zwölf aus­zu­wäh­len. Hat man sich ent­schie­den, kann man in einem zwei­ten Schritt maxi­mal 120 Punkte auf diese Wün­sche auf­tei­len. So werden bestimmte Werte zusam­men­ge­fasst und in eine Rang­folge gebracht. 

Hier geht es zum Test

Von den Werten zum per­sön­li­chen Motto

Hast du deine Werte her­aus­ge­fun­den, kannst du ent­we­der ver­su­chen, diesen Wert selbst als Motto zu nutzen und zum Bei­spiel und ein Jahr voller Har­mo­nie” zu leben. Oder du for­mu­lierst einen kon­kre­ten Appell an dich, den du dir bei Bedarf vor­sa­gen kannst. 

Hier gilt: je simp­ler, desto besser, und: das Gehirn kennt keine Ver­nei­nung. Wenn du dir sagst Keine Angst” bleibt trotz­dem der Begriff Angst” hängen. Such dir des­halb posi­tive Sätze wie Trau dich, du bist mutig!”. Auch eine Frage wie Mache ich das gerade mit Lei­den­schaft?”, die du dir stel­len kannst, wenn eine Ent­schei­dung ansteht, eignet sich gut. Solche kurzen Merk­sätze sind leicht zu ver­in­ner­li­chen und mental schnell ver­füg­bar – mit ein biss­chen Übung sogar in stres­si­gen Situa­tio­nen.

Eben­falls gut zu merken sind Sprich­wör­ter oder Zitate. Haupt­sa­che, es gefällt dir ganz per­sön­lich und spie­gelt deine Werte wider. Wenn du möch­test, kannst du dein per­sön­li­ches Motto auch auf­schrei­ben und zum Bei­spiel im Porte­mon­naie auf­be­wah­ren, oder dir an den Schreib­tisch hängen. Was immer dir hilft, dich daran zu erin­nern und dich bei Bedarf zu moti­vie­ren.

Denn nur wer weiß, wohin er will, findet den Weg (Laotse)

Ob aus­for­mu­lier­tes Motto oder ein­fa­cher Grund­wert – auch hier ist natür­lich erlaubt, was gut tut. Fest steht, ein posi­ti­ver, opti­mis­ti­scher Grund­ge­danke hilft, bei sich zu blei­ben und seine innere Ein­stel­lung nach außen zu tragen. Und mit ein biss­chen Zeit ist dein Motto viel­leicht gar kein Motto mehr, son­dern Teil deiner selbst.


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