Von Sarah Schömbs

Fast wie durch einen Tunnel ver­folgst du dein Ziel, das Licht am Ende eines so langen Weges. Tage, Wochen, Monate hast du auf diesen Moment gewar­tet, geackert und geschuf­tet. Auf dem Weg ver­gisst du nach rechts und nach links zu schauen. Die Ambi­tio­nen werden zur Ver­bis­sen­heit und die Gedan­ken sind kon­ti­nu­ier­lich auf zukünf­tige Ereig­nisse aus­ge­rich­tet. Ein Leben im Hier und Jetzt, scheint kaum mehr mög­lich. Ziel­set­zung und Acht­sam­keit — wie passt das also zusam­men?

Ziele beglei­ten dich das ganze Leben über. Mal bist du mehr ambi­tio­niert und mal weni­ger. Dabei kannst du zwi­schen zwei Arten von Zielen unter­schei­den.
Zum einen exis­tie­ren Ziele, die dir von Außen auf­er­legt werden. Dies sind externe Ziele, die bei­spiels­weise aus deiner Kind­heit stam­men oder auch Ziele, die die Gesell­schaft vor­zu­schrei­ben scheint. Solche Ziele mani­fes­tie­ren sich häufig in Glau­bens­sät­zen wie Ohne Abitur findet man keinen Job“ oder Irgend­wann hat man Kinder und ein Haus mit Garten“. 

Auf der ande­ren Seite exis­tie­ren Ziele, die du dir selbst geschaf­fen hat. Ein bestimm­tes Hobby ver­tie­fen, im kom­men­den Jahr nach Por­tu­gal reisen, oder eine bestimmte beruf­li­che Aus­bil­dung erlan­gen. Diese Ziele dienen vor allem dazu, dich selbst besser ken­nen­zu­ler­nen und letzt­lich weiter zu dir selbst zu finden. Sie können sowohl beruf­li­cher, als auch pri­va­ter Natur sein. Denn häufig hängen diese Berei­che des Lebens zusam­men und grei­fen inein­an­der über. Die über­ge­ord­nete Frage, wenn es darum geht per­sön­li­che Ziele zu for­mu­lie­ren, könnte lauten: Bringt mich das Ziel näher zu mir?“.

Es ist wich­tig, extern auf­er­legte Ziele als solche zu iden­ti­fi­zie­ren. Das ist mög­lich, indem du lernst auf die Signale deines Kör­pers zu hören und zu über­prü­fen, ob das Ziel aus eige­ner oder frem­der Moti­va­tion stammt. In der Ver­fol­gung per­sön­li­cher, eige­ner Ziele jedoch, ist eine acht­same Ziel­set­zung mög­lich.

Kenne deine Moti­va­tion

Durch eine acht­same Ziel­set­zung gelingt es dir, eigene Ziele zu ent­wi­ckeln. Ziele, die dich lang­fris­tig moti­vie­ren, deinen Werten ent­spre­chend aus­ge­rich­tet sind und aus denen du gestärkt her­vor­gehst. Die acht­same Ziel­set­zung beginnt bereits bei der inne­ren Moti­va­tion. Aus wel­chem Grund möch­test du dies oder jenes tun? Was erhoffst du dir dadurch? Per­sön­li­ches Wachs­tum, einen beruf­li­chen Wandel, oder schlicht­weg mehr Geld? 

Hier kannst du grund­le­gend zwi­schen extrin­si­scher und inter­nis­ti­scher Moti­va­tion unter­schei­den. Bei der extrin­si­schen Moti­va­tion moti­vie­ren vor allem äußere Anreize und Beloh­nungs­kon­zepte wie Gehalt, Boni, Status, Aner­ken­nung etc.
Eine intrin­si­sche Moti­va­tion ent­steht, sobald die Tätig­keit an sich bereits moti­vie­rend ist. So kann Lernen“ bereits eine aus­rei­chende Moti­va­tion sein, frei von mate­ri­el­len Anrei­zen.

Die eigene Moti­va­tion zu erken­nen benö­tigt viel Auf­merk­sam­keit und vor allem Acht­sam­keit für die eigene Person. Medi­tie­ren kann dir dabei helfen, hinter die Kulis­sen zu schauen und wahr­zu­neh­men, wie die eigene Wün­sche und daraus resul­tie­rend die eigene Moti­va­tion aus­sieht. Denn diese legt den Grund­stein für eine acht­same Ziel­set­zung.

Damit du auch im Alltag eine acht­same Ziel­set­zung umset­zen kannst, haben wir 5 Schritte für dich zusam­men­ge­stellt.

1. Bewege dich im Rahmen des Mög­li­chen

Natür­lich funk­tio­niert das Leben nicht, ohne sich hier und da ein Ziel zu setzen. Etwas, wonach du strebst, etwas, das dir die Rich­tung weist. Wich­tig in diesem Pro­zess des Ziel­set­zens ist jedoch, dass die Ziele in einem erreich­ba­ren Rahmen liegen. Im Bereich des Mög­li­chen. Das bedeu­tet nicht, dich bewusst klein zu halten. Du kannst nach den Ster­nen grei­fen, sofern denn Sterne vor­han­den sind. Ansons­ten wartet viel­leicht nichts als Ent­täu­schung oder Frus­tra­tion auf dich. Die Devise lautet: Erkenne das, was mög­lich ist. 

2. Erkenne den Weg als Ziel

Der Weg ist das Ziel. So abge­dro­schen und nervig dieser Satz auch klin­gen mag, steckt doch viel Wahr­heit in ihm. Denn das Leben besteht zum größ­ten Teil aus den vielen klei­nen Momen­ten, die zum Schluss das große Ganze erge­ben. Die Men­schen, die dich auf dem Weg beglei­ten und die Erfah­run­gen die du wäh­rend­des­sen machst. Wich­tig ist, wie du diesen Weg gehst. Was bringt dir der best-bezahl­teste Beruf, die ulti­ma­tive Pent­house-Woh­nung und der First-Class-Sitz im Flie­ger nach Shang­hai, wenn du völlig aus­ge­brannt und erschöpft, oder im schlimms­ten Fall gar nicht mehr du selbst bist. Im Klar­text: Genieße die Aus­sicht, die sich dir bietet, anstatt mit einem Tun­nel­blick durchs Leben zu wan­dern.

Mit Acht­sam­keit Ziele errei­chen:
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3. Kenne deine Gren­zen

Damit ein­her­ge­hend ist es von großer Bedeu­tung, die eige­nen Gren­zen zu kennen. Mental und phy­sisch. Achte auf die Signale deines Kör­pers und deines Geis­tes. Bewegst du dich dau­er­haft in einem Umfeld, wel­ches nega­ti­ven Stress ver­ur­sacht, kann dies zu stress­be­ding­ten Krank­hei­ten führen. Andau­ern­des Grü­beln, Gedan­ken­ka­rus­selle, Schlaf­stö­run­gen und Kopf­schmer­zen sind nur wenige der vielen Anzei­chen dafür, dass du dich an einer per­sön­li­chen Grenze befin­dest. Diese kann von Person zu Person unter­schied­lich sein. Jeder Mensch besitzt eine unter­schied­li­che Resi­li­enz, eine unter­schied­li­che Wider­stands­fä­hig­keit gegen Stress und damit ein­her­ge­hend unter­schied­li­che Gren­zen. Ent­wickle eine Spür­ge­nau­ig­keit für dein kör­per­li­ches und men­ta­les Befin­den und nehme dir recht­zei­tig Pausen und Aus­zei­ten.

4. Schiebe dein Glück nicht auf

Ein wei­te­res Phä­no­men der Ziel­set­zung ist das Auf­schie­ben des eige­nen Glücks.
In 5 Jahren werde ich end­lich kün­di­gen und aufs Land ziehen.” Ähn­li­che Vor­sätze trägt bestimmt jeder in in sich. Schiebe das Glück nicht auf. In dem du dir kurz­fris­tige oder auch mit­tel­fris­tige Ziele setzt, warten regel­mä­ßige Erfolgs­er­leb­nisse auf dich. Außer­dem helfen dir kleine Inter­valle dabei, immer wieder zu über­prü­fen, ob du dich immer noch auf dem rich­ti­gen Weg befin­dest. Das Prin­zip lautet: Step by step. 

5. Gehe in den Check-In

Dies führt uns zu dem letz­ten Punkt einer acht­sa­men Ziel­set­zung. Den inne­ren Check-In. Der innere Check-In ist wie eine per­sön­li­che Instanz, die regel­mä­ßig über­prüft, ob das Han­deln, Denken und Tun deiner Per­sön­lich­keit ent­spre­chen. Es ist bei weitem keine leichte Auf­gabe, her­aus­zu­fin­den, was du wirk­lich willst und wer du wirk­lich bist. Zu viele äußere Ein­flüsse und zu viele Glau­bens­sätze, die dir im Weg stehen. Doch je mehr du dich mit der eige­nen Situa­tion, den eige­nen Talen­ten, Fähig­kei­ten und Bedürf­nis­sen aus­ein­an­der­setzt, desto wahr­schein­li­cher ist es, dass das Ziel, was du der­zeit ver­folgst, auch wirk­lich das Ziel ist, wel­ches für dich erstre­bens­wert ist. Und du schließ­lich die Frage Bringt mich das Ziel näher zu mir?“ beja­hen kannst.

Ziele haben prin­zi­pi­ell das Poten­tial, innere Kräfte und Res­sour­cen zu mobi­li­sie­ren.
Sie sind für per­sön­li­ches, geis­ti­ges und auch phy­si­sches Wachs­tum von großer Bedeu­tung. Der Mara­thon­läu­fer benö­tigt ein Zeit­ziel, die Kar­rie­re­frau eine bestimmte beruf­li­che Posi­tion und auch inner­halb zwi­schen­mensch­li­cher Bezie­hun­gen schlei­chen sich hier und da Ziele ein, wie die Ehe oder einmal im Leben Eltern sein. Ohne Ziele wäre das Leben ja auch lang­wei­lig und der Alltag in gewis­ser Weise ori­en­tie­rungs­los.

Doch Acht­sam­keit bedeu­tet, den Moment im Hier und Jetzt wahr­zu­neh­men und zu erle­ben. Dies ist nicht mög­lich, wenn deine Gedan­ken per­ma­nent um ein Ereig­nis in der Zukunft krei­sen. Eine acht­same Ziel­set­zung ermög­licht es dir, trotz Ziele, im Augen­blick zu leben, sich an den Dingen zu erfreuen, die jetzt gesche­hen und vor allem zu erken­nen, ob du dich auf einem pas­sen­den Ziel­pfad befin­det, oder nicht.

Unter­stüt­zen kann dich dabei unser 7Mind Acht­sam­keits-Planer 2019. Wir haben einen Planer kre­iert, der dich intui­tiv und acht­sam zu deinen Vor­ha­ben führt. Mit täg­li­chen Inspi­ra­tio­nen, Impul­sen und einem Wer­te­test. Denn so bietet sich dir ein fle­xi­bler und ein­fa­cher Weg, Acht­sam­keit ganz analog in deinen Alltag zu brin­gen und acht­sam zu jedem Ziel zu gelan­gen.

Die Pod­cast­folge zum Impuls der Woche:


Mit Acht­sam­keit auf die Signale des Kör­pers hören
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Bild: Samuel Zeller auf Uns­plash