von Alex­an­dra Gojowy und Anna Rosen­baum

Auf dem Bene­dik­tus­hof im baye­ri­schen Holz­kir­chen trafen sich vom 7. bis 9. Mai die Teil­neh­mer der MIND Kon­fe­renz, um drei Tage lang gemein­sam Acht­sam­keit zu prak­ti­zie­ren, sich gegen­sei­tig zu inspi­rie­ren und aus­zu­tau­schen. Bei der Ver­an­stal­tung ging es vor allem darum, Acht­sam­keit als wich­tige Schnitt­stelle zwi­schen Mensch, Wirt­schaft und Tech­no­lo­gie zu begrei­fen. Dazu begeg­ne­ten sich Coa­ches, Wis­sen­schaft­ler und Füh­rungs­kräfte an diesem beson­de­ren Ort, um in span­nen­den Work­shops, Vor­trä­gen und Dia­lo­gen über neue Impulse und Inno­va­tio­nen zu dis­ku­tie­ren. Wir haben ein paar Ein­drü­cke für euch gesam­melt.

Sonn­tag: Will­kom­men bei dir

Sonn­tag­mor­gen. Noch war es ruhig in Holz­kir­chen. Der Bach plät­scherte vor sich hin, der Himmel war grau und wol­ken­ver­han­gen, der Gong im Hof­gar­ten still. Trotz­dem war der Bene­dik­tus­hof schon hell­wach, denn seit 05.45 Uhr steht hier bereits medi­ta­ti­ves Gehen auf dem Pro­gramm. Auch das Hel­fer­team war schon früh auf den Beinen, um die mor­gend­li­che Stim­mung auf sich wirken zu lassen und die letz­ten Vor­be­rei­tun­gen zu tref­fen. Wäh­rend der nächs­ten Stun­den wurden Gäste und Redner begrüßt, die Zimmer bezo­gen und schließ­lich gemein­sam zu Abend geges­sen, bis die Kon­fe­renz um 19:00 Uhr offi­zi­ell star­tete.

benediktushof_mind
jonas-leve_manuel-ronnefeldt_mind

Den Auf­takt machte Max Orgel­din­ger, Unter­neh­mens­be­ra­ter bei TLGG (Torben, Lucie und die gelbe Gefahr) in Berlin, mit einem – wie es später beti­telt wurde – Feu­er­werk an Infor­ma­tio­nen” über die expo­nen­ti­elle Ent­wick­lung digi­ta­ler Trends und wie jeder ein­zelne damit umge­hen kann. Anschlie­ßend durf­ten wir einem erfri­schen­den Vor­trag von Mou­n­ira Lat­ra­che zum Thema Wandel im Außen ist frucht­bar, durch Wandel im Innern” lau­schen. Lat­ra­che erklärte, dass Wirt­schaft und Arbeit nicht nur Geld ver­meh­ren, son­dern vor allem glück­lich machen sollen. Vor der ersten gemein­sa­men Medi­ta­tion, berei­cherte uns Diplom-Psy­cho­lo­gin und Neu­ro­wis­sen­schaft­le­rin Britta Hölzl außer­dem noch mit neuen Erkennt­nis­sen aus der Acht­sam­keits­for­schung. Denn die viel­fa­chen posi­ti­ven Effekte der Acht­sam­keits­pra­xis auf die psy­chi­sche und kör­per­li­che Gesund­heit werden jedes Jahr aufs neue wis­sen­schaft­lich belegt. 

tlgg_mind

Der Abend wurde schließ­lich mit Kräu­ter­tee und Holun­der­saft been­det. Da der erste Gong des schon um 06:25 Uhr ertö­nen sollte, fanden viele Teil­neh­mer schnell den Weg in Ihre Klos­ter­bet­ten.

Montag: Ener­gie- statt Zeit­ma­nage­ment

Alle Teil­neh­mer konn­ten im Vor­feld der Ver­an­stal­tung ihre indi­vi­du­elle Mor­gen­pra­xis wählen und den zwei­ten Kon­fe­renz­tag mit Zen-Medi­ta­tion, QiGong, Yoga oder Taiji-Chan begin­nen. Die kör­per­li­che Akti­vi­tät zur frühen Stunde sollte Körper und Geist in Gang brin­gen. Bele­bend war auch der anschlie­ßende Vor­trag von Ulrich Bau­ho­fer, dem Medi­ta­ti­ons­trai­ner des BVB. Dabei ging es vor allem um den oft so nöti­gen Raum dazwi­schen” und die Frage, wie viele Räume wir uns im pri­va­ten und beruf­li­chen Alltag über­haupt noch zuge­ste­hen. Im Dialog mit Geschäfts­in­ha­ber Paul Habbel und Chris­to­pher Tamd­jidi, Coach für authen­ti­scher Füh­rung, Stress­be­wäl­ti­gung, dis­ku­tier­ten die Teil­neh­mer anschlie­ßend über Acht­sam­keit im unter­neh­me­ri­schen Kon­text. Dabei wurde die Rolle von Acht­sam­keit in der Selbst­füh­rung und Orga­ni­sa­tion von Teams bespro­chen.

diskussion_mind

Wir waren sicher nicht die ein­zi­gen, denen es schwer fiel, sich für einen Work­shop am Vor­mit­tag zu ent­schei­den. Gemein­sam mit rund 25 ande­ren Teil­neh­mern fanden wir uns dann aber im Hof­ge­wölbe wieder, um über Ein­hör­ner, Chip­s­tü­ten und Kon­dome zu spre­chen – denn Wal­de­mar Zeiler, Grün­der von ein­horn Kon­dome, dis­ku­tierte mit uns über Fairstaina­bi­lity” und Social Entre­pre­neurship”. Ein sehr inspi­rie­ren­der Bei­trag, der am Abend durch seine Prä­sen­ta­tion Make love fair again: Ein kleine Idee, um die Welt zu retten” ergänzt wurde. Wäh­rend des Vor­trags ging es vor allem darum, wie sich Arbeit und Pro­duk­ti­ons­ket­ten fairer gestal­ten lassen.

waldemar-zeiler_einhorn_mind
waldemar-zeiler_mind

Zu spä­te­rer Stunde ver­sam­mel­ten sich alle Gäste schließ­lich vor der Feu­er­schale. Und ja, dies­mal wurde auch mit Wein ange­sto­ßen. Schließ­lich geht es auch beim Thema Acht­sam­keit um die rich­tige Balance.

Ganz ein­fach Medi­tie­ren lernen:
7Mind kos­ten­los star­ten


Diens­tag: die Zukunft der Acht­sam­keit

Mit dem Gong um 06:25 Uhr begann der letzte Kon­fe­renz­tag im ver­reg­ne­ten Holz­kir­chen. Patri­cia Thiele­mann, Grün­de­rin von Spirit Yoga, schaffte es aber mühe­los, Körper und Geist in Gang zu brin­gen. Und wach muss­ten wir sein, denn wäh­rend Chris­tian Fel­bers Vor­trag zum Thema Die Gemein­wohl-Öko­no­mie – ein Wirt­schafts­mo­dell mit Zukunft” wurden wich­tige Impulse gege­ben, wie die Öko­no­mie der Zukunft mit den Grund­wer­ten der Acht­sam­keit ver­ein­bart werden kann. Denn die Alter­na­ti­ven zu Kapi­ta­lis­mus und Plan­wirt­schaft soll­ten auf huma­nen Grund­wer­ten basie­ren, so Felber, der als Buch­au­tor und Uni­ver­si­täts­lek­tor tätig ist.

Gene­rell näherte sich der letzte Tage dem Thema Acht­sam­keit von einer prak­ti­schen Seite. Wie kann Acht­sam­keit in Unter­neh­men inte­griert werden? Was sind die Merk­male von acht­sa­mer Füh­rung? Wäh­rend der pro­mo­vierte Jurist Maik Leh­mann seine Work­shop-Teil­neh­mer ani­mierte, ihr Poten­tial zu ent­de­cken und über beruf­li­che Glau­bens­sätze hin­aus­zu­wach­sen, defi­nierte Mou­n­ira Lat­ra­che den Begriff Com­pas­sio­nate Lea­dership” als die Schaf­fung eines Arbeits­um­fel­des, in dem Fähig­kei­ten und Lei­den­schaf­ten von Mit­ar­bei­tern opti­mal ein­ge­setzt werden. Lat­ra­che sam­melt seit mehr als zehn Jahren Erfah­rung im krea­ti­ven Ver­mark­ten von glo­ba­len Marken in inter­na­tio­na­len Märk­ten, aktu­ell bei Google. Coach und Bera­ter Angel Her­nan­dez dis­ku­tierte, wie wir mit Empa­thie und Neu­gierde einen Raum schaf­fen können, um eigene Pro­jekte ganz­heit­lich umzu­set­zen. Dr. Alex­an­der Poraj, Hof­lei­tung und Zen-Meis­ter, reflek­tierte mit seiner Gruppe, was Spi­ri­tua­li­tät und Busi­ness-Alltag gemein­sam haben und ver­suchte, die Frage zu beant­wor­ten, welche unbe­wuss­ten Annah­men über die Wirk­lich­keit unse­ren Berufs­all­tag bestim­men.

mounira-latrache_mind

Den Abschluss der MIND Kon­fe­renz 2017 machte Peter Bostel­mann, Wirt­schafts­in­ge­nieur, Coach und Grün­der der Global Mind­ful­ness Prac­tice“, mit einem Vor­trag über Acht­sam­keit beim Soft­ware­her­stel­ler SAP, wo bereits seit 2012 Acht­sam­keit prak­ti­ziert wird. Anschlie­ßend war es tat­säch­lich schon Zeit für das letzte gemein­same Mit­tag­es­sen. Sicher­lich werden viele Ein­drü­cke, Ideen und Impulse noch eine ganze Weile nach­wir­ken. Für uns als Team war es eine beson­dere Erfah­rung, so viele unter­schied­li­chen Men­schen an einem Ort zusam­men­zu­brin­gen und Begeg­nun­gen zu ermög­li­chen. So ent­stand, trotz der viel­fäl­ti­gen Hin­ter­gründe und Geschich­ten zumin­dest kurz­wei­lig eine Gemein­schaft von Gleich­ge­sinn­ten, die an das Poten­tial der Acht­sam­keits­be­we­gung glaubt. Einen ganz herz­li­chen Dank an alle Teil­neh­mer! Wir freuen uns schon auf die nächste MIND Kon­fe­renz – im Okto­ber in Berlin!

Das könnte dich auch inter­es­sie­ren:

Die erste MIND Kon­fe­renz in Berlin
Mit Acht­sam­keit in Füh­rung gehen