Von Sarah Schömbs

Wer kennt das nicht? Fuss­ball­ver­ein, Ballet, Reiten gehen, Stri­cken, Bas­teln und Sti­ckeral­ben sam­meln oder viel­leicht ein­fach nur raus­ge­hen und mit den Nach­bars­kin­dern spie­len? In der Kind­heit war ein­fach so viel Zeit. Man konnte seine Fähig­kei­ten ent­de­cken, ent­fal­ten, schlei­fen lassen und etwas Neues begin­nen. War es ges­tern noch Fuß­ball ist es morgen schon Eis­ho­ckey.

Mit der Zeit kommen immer mehr Ver­pflich­tun­gen hinzu und die Zeit für per­sön­li­che Akti­vi­tä­ten wird knap­per und knap­per. Ab einem bestimm­ten Lebens­ab­schnitt ist man viel­leicht sogar nicht mehr allein, son­dern zu zweit, dritt, oder viert. Die Ver­ant­wor­tung begrenzt sich nicht nur mehr auf die eigene Person, son­dern umfasst viel­leicht einen ganzen Per­so­nen­kreis; Kinder, Fami­lie, Freunde. 

In diesem Arti­kel zeigen wir, wie es gelin­gen kann, alte Hobbys wieder zum Teil des Lebens zu machen. Hobbys geben dir schließ­lich die Mög­lich­keit, deine Talente und Fähig­kei­ten zu för­dern, Spaß zu haben und den Kopf frei zu krie­gen. Sie bedeu­ten Zeit für dich — ein oft rares Gut.

Die Arbeit ruft

Nicht nur privat werden die Ver­pflich­tun­gen immer größer. Auch im Job ist mit einer zuneh­men­den Ver­ant­wor­tung über die Jahre zu rech­nen. Dabei spielt wach­sen­der Stress eine immer grö­ßere Rolle in unse­rer Gesell­schaft und ist Krank­heits­ur­sa­che Nummer Eins. Stän­dige Erreich­bar­keit hält uns beruf­lich wie privat in Alarm­be­reit­schaft und löst den evo­lu­tio­när beding­ten Flucht-oder-Kampf-Reflex aus. Oder heute auch gerne den Flucht-oder-Fau­len­zen-Modus“. Beim Puz­zeln, Töp­fern und Kla­vier üben müsste man schließ­lich das Tele­fon aus der Hand legen. Und es könnte ja noch eine E-Mail vom Chef oder wich­tige Whats­App Nach­richt kommen. Beim Seri­en­gu­cken auf dem Rücken liest es sich schon leich­ter…

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Neben den klas­si­schen Arbeits­stun­den, die der Mensch im Büro oder auf seiner Arbeits­stelle ver­bringt, nimmt auch der Fahr­weg einen großen Anteil an Zeit ein. Das Insti­tut für Arbeits­markt- und Berufs­for­schung gab in ihrem aktu­el­len Bericht [Stand 24.04.2018] an, dass 2014 die Pen­del­dis­tanz im Ver­gleich zu 2010 um 21% und damit auf mitt­ler­weile 10,5 km gestie­gen ist. Zeit, die wie­derum für den pri­va­ten Aus­gleich fehlt.

Du siehst, es ist kein Wunder, dass Hob­bies im Erwach­se­nen­al­ter streng mono­ton fal­lend abneh­men, mit erwar­te­tem Grenz­wert gegen Null. Dabei sind Hobbys eine wun­der­bare Gele­gen­heit, den Gedan­ken­strom zur Ruhe zu brin­gen, etwas zu erschaf­fen und ohne Leis­tungs­druck die Seele bau­meln zu lassen. Hobbys geben dir die Mög­lich­keit, dich wieder mit dir selbst zu ver­bin­den, dich neu zu ent­de­cken und ken­nen­zu­ler­nen. Wie ist es nun mög­lich, trotz Beruf, Fami­lie und Co. einen Aus­gleich für sich zu finden? 

Schritt 1: Erwe­cke deinen kind­li­chen Ent­de­cker­geist

Über­lege dir zunächst, was du viel­leicht als Kind oder auch Jugendliche/​r intui­tiv gerne getan hast. Eine Akti­vi­tät, zu der dich keiner über­re­den musste. Das kann so etwas sein wie Kas­sette hören, lesen, Hand­ball spie­len oder, oder, oder. Wich­tig ist, dass du dich erst einmal für eine Rich­tung ent­schei­dest, in die dein zukünf­ti­ges Hobby gehen soll. Möch­test du krea­tiv sein, möch­test du dich aktiv bewe­gen, soll dein neues Hobby zu mehr Ruhe führen?

Sobald du dich für eine Kate­go­rie ent­schie­den hast, gehe ins Detail und lasse deiner Krea­ti­vi­tät freien Lauf. Greife mal wieder nach einem Roman anstelle eines Sach­bu­ches. Hast du als Kind gerne Kas­set­ten gehört, sind viel­leicht Pod­casts für dich das Rich­tige. Hast du dich als Kind gerne aus­ge­tobt, dann ist viel­leicht eine regel­mä­ßige, lokale Lauf­gruppe für dich der ideale Aus­gleich.

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Schritt 2: Mach Platz für dich in deinem Kalen­der

Im zwei­ten Schritt ist es wich­tig, sich nicht direkt zu über­for­dern. Damit ist gemeint, dass die Umstel­lung von gar keinem Hobby zu zwei­mal die Woche à zwei Stun­den frei­zeit­li­che Gestal­tung ziem­lich schwer ist. Schaue, dass du dir einen für dich mach­ba­ren Rahmen über­legst. Viel­leicht zunächst 30 Minu­ten die Woche. Trage dir diesen Zeit­rah­men als Event in deinen Ter­min­ka­len­der ein, am besten mit der Erin­ne­rung: Zeit für mich. Diesen Termin mit dir selbst” nimmst du in Zukunft genauso ernst, wie die Ver­ab­re­dung zum Abend­es­sen mit der guten Freun­din.

Der Termin bleibt so lange in deinem Ter­min­ka­len­der ver­an­kert, bis du eine Rou­tine aus deinem Hobby ent­wi­ckelt hast. Etwas Natür­li­ches, das wie selbst­ver­ständ­lich in deinen Tag inte­griert ist. Manch­mal ist es zu Beginn auch hilf­reich, ande­ren von deinem neuen Hobby zu erzäh­len. Somit erzeugst du einen lie­be­vol­len Druck von Außen. Mehr zu den Tipps & Tricks wie du Gewohn­hei­ten und Rituale in deinen Tag ein­baust, fin­dest du hier.

Schritt 3: Bei dir oder bei mir?

Zurück zu den Hob­bies. Nun sind zwei Sze­na­rien mög­lich: Ers­tens, dass dein Hobby außer­halb deines Zuhau­ses statt­fin­det. Für diesen Fall emp­feh­len wir dir, das von dir gewählte Hobby mög­lichst auf deinem vor­ge­se­he­nen Fahr­weg statt­fin­den zu lassen. Sobald du zu Hause ange­kom­men bist, ist der Schwei­ne­hund, sich erneut auf­zu­raf­fen oft ein­fach zu groß. Falls bei­spiels­weise der Plan lautet, künf­tig Yoga zu prak­ti­zie­ren, suche dir am Besten ein Yoga­stu­dio auf der Route Rich­tung Heimat. 

Die Krea­ti­vi­tät stär­ken mit Acht­sam­keit:
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Das zweite Sze­na­rio beschreibt ein Hobby, wel­ches du gerne zu Hause aus­füh­ren möch­test. In diesem Fall ist es wich­tig, gege­be­nen­falls auch deine Fami­li­en­mit­glie­der davon zu unter­rich­ten und ihnen mit­zu­tei­len, dass dies eine Zeit ist, in der du mög­lichst nicht gestört werden möch­test. Gebe am Besten eine kon­krete Uhr­zeit an, wann du wieder für deine Fami­lie erreich­bar bist (zum Bei­spiel: in 35 Minu­ten bin ich wieder bei euch). 

So wissen auch deine Fami­li­en­mit­glie­der, womit sie es zu tun haben und können genau ein­schät­zen, wann sie dich bei­spiels­weise wieder etwas fragen können. Außer­dem ist es wich­tig, dir einen kon­kre­ten Ort oder Platz zu suchen, an dem du dein neues Hobby prak­ti­zierst. Viel­leicht an einem Schreib­tisch, auf deinem Lieb­lings­ses­sel usw. Viel­leicht besteht sogar die Mög­lich­keit in einen sepa­ra­ten Raum zu gehen. Hier könn­test du über­le­gen, dir ein Bitte nicht stören”-Schild anzu­schaf­fen. Alt­mo­disch, aber wirk­sam und mit einer klaren Bot­schaft ver­se­hen.

Wie du siehst, ist es gar nicht so schwer. Hobbys sind ein wun­der­ba­rer Aus­gleich und helfen dir, den Kopf aus­zu­schal­ten und dich ganz auf das Hier und Jetzt ein­zu­las­sen. Viel­leicht arbei­test du den ganzen Tag an einem Rech­ner, schaust auf einen Bild­schirm oder erle­digst Büro­auf­ga­ben. Gleich­zei­tig begeis­terst du dich aber für hand­werk­li­ches Arbei­ten, Tüf­teln, Bas­teln. Dein Hobby schenkt dir die Mög­lich­keit, etwas zu kre­ieren und etwas zu erschaf­fen. Ohne Druck, ohne Zwang, ein­fach für dich. Im Hier und Jetzt.

Die Pod­cast­folge zum Impuls der Woche:


Deine Talente erken­nen mit Medi­ta­tion
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Bild 1 und 2: raw­pi­xel auf Uns­plash
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