von Alex­an­dra Gojowy

Radio­sen­der feiern das Berg­fest” am Mitt­woch, end­lich Wochen­ende” am Frei­tag und betrau­ern am Gloomy Monday” die Rück­kehr zum Alltag. Mit dem Alltag” an sich ver­bin­den nur wenige Men­schen etwas Posi­ti­ves. Sogar der Duden beschreibt das Wort als täg­li­ches Einer­lei”. Das klingt nicht beson­ders char­mant – und doch hat nun einmal jeder von uns seinen indi­vi­du­el­len Alltag. Selbst die ver­meint­lich auf­re­gends­ten Men­schen. Doch Dinge, die glück­lich machen, suchen wir außer­halb der täg­li­chen Rou­tine, die uns gerne als ver­schwen­dete Lebens­zeit ver­kauft wird. Sind wir denn wirk­lich dazu ver­dammt, fünf von sieben Tagen unglück­lich zu sein? 

Nein. Denn die schö­nen Momente auch im ver­meint­lich tris­ten Alltag zu finden, kann man lernen. Es gibt unter­schied­li­che Metho­den, das Hier und Jetzt zu genie­ßen. Nicht selten sind es die klei­nen Dinge, auf die man seine Auf­merk­sam­keit lenken kann, um mehr Wert­schät­zung für das täg­li­che Leben zu ent­wi­ckeln. Ob es die Mit­tags­pause mit den Kol­le­gen ist oder die mor­gend­li­che Jog­gin­grunde. Rou­ti­nier­tes Glück hat viele Gesich­ter. Wir zeigen, wie Acht­sam­keit dich dabei unter­stüt­zen kann, es zu finden. 

Die stille Macht der Rou­tine

Täg­li­che Rou­ti­nen setzen sich aus einer Viel­zahl klei­ner Momente zusam­men. Der erste Kaffee im Büro oder schon der Weg dort­hin, viele Dinge macht man auto­ma­tisch, ohne dar­über nach­zu­den­ken. Und das hat auch Vor­teile. Wäre es nicht anstren­gend, jeden Morgen aufs neue den Arbeits­weg zu goo­geln oder die Bedie­nungs­an­lei­tung des Lap­tops zu lesen? Rou­ti­nen geben uns eine Struk­tur und sind der ideale Aus­gangs­punkt, um sich ein­fach mal in den Alltag hin­ein­zu­ent­span­nen”.

Ein Ritual ent­steht, wenn Rou­tine mit etwas Wil­lens­kraft und einer Por­tion Krea­ti­vi­tät gepaart wird. Ein Bei­spiel dafür ist die 3 Gute Dinge”-Reflektion. Nimm dir vor dem Schla­fen­ge­hen einige Minu­ten Zeit und rufe dir drei posi­tive Dinge des ver­gan­ge­nen Tages vor Augen. Dabei geht es nicht um große Errun­gen­schaf­ten oder Leis­tun­gen. Kon­zen­triere dich auf die klei­nen Freu­den. In diesem Arti­kel kannst du noch einmal nach­le­sen, wie ein­fa­che Rituale mehr Acht­sam­keit für die klei­nen Glücks­mo­mente schaf­fen können. 

Zeit zu haben ist eine Ent­schei­dung

Du hast das Gefühl, für Acht­sam­keit” müss­test du dir Zeit nehmen, die du nicht hast? Egal, wie hek­tisch der Tag, es gibt immer auch Momente, in denen Zeit nicht geschaf­fen werden muss, son­dern schon vor­han­den ist. Denn der Schlüs­sel zu mehr All­tags­glück findet sich in den banals­ten Situa­tio­nen.

Ein Bei­spiel ist Mind­ful Com­mute”, zu Deutsch Acht­sa­mes Pen­deln”. Wie oft ver­flucht man die öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel, wenn man den Bus ver­passt oder die Bahn mal wieder Ver­spä­tung hat. Gerne wendet man die so gewon­nene Zeit dann dafür auf, sich zu ärgern oder noch schnell die Nach­rich­ten-App zu aktua­li­sie­ren. Dabei könnte man sie auch ein­fach nutzen. Acht­sam­keits­trai­ning braucht weder ein Medi­ta­ti­ons­kis­sen, noch geschlos­sene Augen. Einige Medi­ta­tio­nen lassen sich ganz ein­fach in den Alltag inte­grie­ren, ob man nun nach Hause spa­ziert oder in der U-Bahn sitzt. In der 7Mind-App kann dir z.B. die kurze Jetzt-Medi­ta­tion Warten” helfen, wieder im Moment anzu­kom­men.

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Erreich­bar­keits-Detox

Und auch zu Hause ange­kom­men, gäbe es eigent­lich genug Zeit, sich wirk­lich zu ent­span­nen – wenn man sie sich denn nimmt. Doch Ablen­kun­gen wirken oft ver­lo­ckend und zu gerne gibt man ihnen nach. 

Jeder kennt sie, die Abend­es­sen zwi­schen Face­book und Net­flix. Nur die Ent­span­nung bleibt dabei aus. Denn Ent­span­nung ent­steht, wenn wir keine neuen Infor­ma­tio­nen ver­ar­bei­ten müssen. Und das gönnen wir unse­rem Gehirn viel zu selten. Neu­ig­kei­ten, Posts und Whats­App Nach­rich­ten werden durch das kleine, ner­vöse Blin­ken des Smart­pho­nes ange­zeigt. Nicht einmal die Nicht-Stören” Funk­tion ist aus­rei­chend. Ein Tipp: ein­fach mal öfter in den Flug­mo­dus wech­seln.

Was im Flug­zeug selbst­ver­ständ­lich ist und abends viel­leicht noch gelingt, kann auch im Alltag eine Hilfe sein. Das Risiko, die schö­nen Seiten des täg­li­chen Lebens zu ver­pas­sen, ist näm­lich viel höher, wenn wir es nur noch durch den Bild­schirm sehen. Das nette Lächeln des Baris­tas fällt einem schließ­lich nur auf, wenn man nicht gerade dabei ist, seinen Latte Mac­chiato zu foto­gra­fie­ren. Viel­leicht ist man uner­reich­bar für die vir­tu­elle Welt, dafür aber emp­fäng­li­cher für alles, was gerade wirk­lich um einen herum pas­siert.

Dank­bar­keit für den Moment

Die schö­nen Seiten des All­tags zu erken­nen, ist eine Kunst. Die gute Nach­richt: man kann es erler­nen. Wieso das glück­lich macht, haben Wis­sen­schaft­ler schon vor eini­ger Zeit her­aus­ge­fun­den. Im Moment” zu leben, scheint tat­säch­lich die Formel zum Glück zu sein. 

Doch oft hängen unsere Gedan­ken in der Zukunft oder in der Ver­gan­gen­heit. Große Pläne, Lie­bes­kum­mer oder die Wochen­end­pla­nung – das Jetzt scheint ein­fach nicht inter­es­sant genug zu sein, um unsere volle Auf­merk­sam­keit zu ver­die­nen. Kleine Glücks­mo­mente ziehen ein­fach vorbei, sie werden nicht bewusst erlebt. Dabei sind Glücks­for­scher sich einig, dass die Fähig­keit im Moment zu leben ein Schlüs­sel zu mehr Glück sei. 

Simple Tech­ni­ken, wie die Fokus­sie­rung auf den Atem, können mehr Offen­heit gegen­über dem Hier und Jetzt schaf­fen. Nach und nach stellt sich so mehr Dank­bar­keit gegen­über dem Leben selbst ein. Dank­bar­keit wie­derum wird oft mit einem opti­mis­ti­schen Lebens­ge­fühl in Ver­bin­dung gebracht und ver­bes­sert nach­weis­lich Bezie­hun­gen, Schlaf und das Glücks­emp­fin­den.

Natür­lich ist nicht jeder Tag schön und manch­mal fällt es ein­fach schwer, einen posi­ti­ven Blick zu bewah­ren. Den­noch hat jeder Moment seine eigene Qua­li­tät. Das ein­zige Mittel Zeit zu haben, ist sich Zeit zu nehmen”, das wusste schon Wins­ton Chur­chill. Und wieso soll­ten wir damit bis zum Wochen­ende warten?

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