Von Miriam Stro­pel

Das Leben in der Groß­stadt kann viele Vor­teile haben: Unzäh­lige Kul­tur­ange­bote, ein gutes Ver­kehrs­netz, attrak­tive Arbeits­plätze und eine groß­ar­tige Aus­wahl an Restau­rants und Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten. 31% der Deut­schen leben in Städ­ten mit über 100.000 Ein­woh­nern. Doch dass mitt­ler­weile die Attrak­ti­vi­tät der großen Metro­po­len gesun­ken ist, zeigt das Phä­no­men Stadt­flucht: Zum ersten Mal seit 20 Jahren kommt es vor, dass mehr Men­schen aus Groß­städ­ten weg­zie­hen, als sich dort nie­der­zu­las­sen.

Wo viele Leute wohnen, dort gibt es auch viel Trubel. Der Tag beginnt mit der Fahrt in einer über­füll­ten U-Bahn, anschlie­ßend wartet der Arbeits­all­tag im Groß­raum­büro. Beim Mit­tag­es­sen in der Kan­tine herrscht eine Geräusch­ku­lisse, die der einer Bahn­hofs­halle gleicht. Und im Szene-Restau­rant kannst du gar nicht so schnell auf­es­sen, wie der Teller vor der Nase abge­räumt wird. Nach der Arbeit geht es dann schnell noch in den Super­markt, wo du zwan­zig Minu­ten in der Schlange warten musst. Ein ent­spann­ter Alltag sieht anders aus. Was kannst du also tun, damit dir der Stress und die Reiz­über­flu­tung nicht zu Kopf stei­gen? Wir haben ein paar Tipps für dich, um in der Groß­stadt einen Gang run­ter­zu­schal­ten und wieder in Ein­klang mit dir selbst zu kommen. 

Finde deinen Rück­zugs­ort

Egal, wie viel in deiner Stadt los ist, es wird auch hier Orte geben, die etwas ruhi­ger sind. Ein Auf­ent­halt in der Natur ist Balsam für die Seele: Ob im Park, im nahe­ge­le­ge­nen Wald oder am See – mit Sicher­heit ist die nächste Mög­lich­keit, Zeit im Grünen zu ver­brin­gen, gar nicht allzu schwer zu errei­chen. Dort ange­kom­men, wirst du schnell Abstand von der Groß­stadt gewin­nen und fast ver­ges­sen, wo du dich gerade eigent­lich befin­dest.

Zusätz­lich kannst du darauf achten, dass dein Zuhause der Ort ist, an dem du durch­at­men und ent­span­nen kannst. Ver­wandle deine Woh­nung in eine Wohl­fühl­zone und mache es dir so gemüt­lich wie mög­lich. Nimm dir nach einem stres­si­gen Tag einen freien Abend nur für dich, wo du in Ruhe ein Buch liest, baden gehst und dein Smart­phone aus­schal­test. Wenn du mit deinem Part­ner, Kin­dern oder in einer WG wohnst, ist es manch­mal nicht ein­fach, Ent­span­nung zu finden. Sie werden aber sicher­lich Ver­ständ­nis zeigen, wenn du dich einmal zurück­zie­hen möch­test.

Führe neue Ruhe-Rituale” ein

Vor allem, wenn du viele Ter­mine hast und du den Groß­teil des Tages nur unter­wegs bist, ist es wich­tig, genug Pausen zwi­schen­durch ein­zu­le­gen. Wann immer es sich ergibt, nutze die Zeit, um eine Runde um den Block oder durch den nächs­ten Stadt­park zu laufen. Viel­leicht gibt es auch ein gemüt­li­ches Café in der Umge­bung, in dem du wäh­rend der Mit­tags­pause mit einem guten Buch und einer Tasse Tee neue Kraft tanken kannst.
Lässt es dein Job oder deine ellen­lange To-Do-Liste nicht zu, dir Aus­zei­ten wäh­rend des Tages zu nehmen, kann diese kleine Gewohn­heits­än­de­rung wahre Wunder bewir­ken: Stehe mor­gens min­des­tens eine Vier­tel­stunde früher auf als üblich. Das kann zuerst einmal eine Her­aus­for­de­rung sein, aber schon bald gewöhnt sich dein Körper an den neuen Rhyth­mus. Die neu gewon­nene Zeit am Morgen kannst du nutzen, um deine per­sön­li­che Mor­gen­rou­tine zu ent­wi­ckeln, die dich gelas­se­ner in deinen Alltag bringt. Wie wäre es zum Bei­spiel mit einem kurzen Spa­zier­gang durch dein Vier­tel, wäh­rend die Stadt noch schläft? Alter­na­tiv kannst du Yoga- und Medi­ta­ti­ons­übun­gen prak­ti­zie­ren, in Ruhe früh­stü­cken, lesen oder deinen Lieb­lings­pod­cast hören. Wenn du den Tag mit so viel Ent­span­nung star­test, wirst du schon bald resis­ten­ter gegen den Groß­stadt­stress sein. 

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Mach die Stadt zu deiner Acht­sam­keits­übung

In der Groß­stadt kann es etwas schwe­rer fallen, in Acht­sam­keit zu leben. Kleine Acht­sam­keits­übun­gen kannst du aber an allen mög­li­chen Orten aus­füh­ren – egal, ob in der Stra­ßen­bahn, beim Ein­kau­fen oder beim Mit­tag­es­sen. In jedem Moment kannst du deinen Fokus auf deinen Atem und deine Emp­fin­dun­gen rich­ten, zum Bei­spiel wenn du durch die Stadt läufst. Wie fühlt sich die Luft an, die du ein­at­mest? Und der Boden unter deinen Füßen? Spüre die Sonne in deinem Gesicht. Diese Übun­gen lassen sich auch per­fekt in War­te­si­tua­tio­nen an der Bus­hal­te­stelle oder beim Arzt ein­bauen. In der 7Mind App fin­dest du ver­schie­dene Mini-Medi­ta­tio­nen”, zum Bei­spiel Warten” und Gehen”, die sich gut in den Alltag inte­grie­ren lassen – eine ent­spannte Alter­na­tive zum Abru­fen der Mails oder das Scrol­len durch Ins­ta­gram.

Oft begeg­nen wir im Laufe des Tages Men­schen, die uns schnell aus der Ruhe brin­gen können: Der unfreund­li­che Bus­fah­rer, der gestresste Kol­lege, die anstren­gende Nach­ba­rin. Doch davon soll­test du dich nicht zu stark beein­flus­sen lassen. Wenn du diesen Per­so­nen nicht aus dem Weg gehen kannst, sei trotz­dem freund­lich und atme tief durch – du wirst sie schon bald mit deiner Gelas­sen­heit anste­cken.

Nutze Ent­span­nungs­an­ge­bote

Kleine Aus­zeit vom Alltag gefäl­lig? Ein Vor­teil, in einer Groß­stadt zu wohnen: Die Aus­wahl an Ent­span­nungs­an­ge­bo­ten ist nahezu gren­zen­los. Warum nicht einen Yoga-Kurs nach der Arbeit besu­chen oder eine Mas­sage buchen? Am Wochen­ende bietet es sich an, ein­fach mal einen ganzen Tag im Day-Spa zu ver­brin­gen und es sich rich­tig gut gehen zu lassen. Beim Schwim­men oder Sau­na­be­such kannst du wun­der­bar den Kopf aus­schal­ten und dich danach so fühlen, als hät­test du einen Kurz­ur­laub gemacht. Infor­miere dich, ob es in deiner Stadt beson­dere Ange­bote gibt, die du nutzen kannst. Mit einer Mit­glied­schaft im Urban Sports Club bei­spiels­weise kannst du nicht nur eine Viel­zahl an Sport­mög­lich­kei­ten in deiner Umge­bung nutzen, son­dern, je nach Abo, auch unter­schied­li­che Well­ness­ein­rich­tun­gen besu­chen.

Oder warum nicht einmal Urlaub in der eige­nen Stadt machen? Halte die Augen offen nach güns­ti­gen Hotel­an­ge­bo­ten und gönne dir ein­fach mal ein ent­spann­tes Wochen­ende, an dem deine ein­zige Sorge ist, ob du es recht­zei­tig zum Früh­stücks­buf­fet schaffst. Oder du ver­bringst mal wieder einen ganzen Sonn­tag ohne schlech­tes Gewis­sen im Bett. Beson­ders, nach­dem du die Nacht durch­ge­fei­ert hast. Ja, auch das kann erho­lend wirken! Ein paar Stun­den mit deinen Freun­den auf der Tanz­flä­che lassen dich garan­tiert den Joball­tag ver­ges­sen.

Wenn du dich per­ma­nent gestresst fühlst, soll­test du natür­lich über­le­gen, ob das Groß­stadt­le­ben für dich auf Dauer infrage kommt, oder du lieber eine ruhi­gere Umge­bung in Betracht ziehen soll­test. Aber egal, ob du auf dem Dorf oder in der Stadt wohnst – Ent­span­nung kannst du immer finden, wenn du dir die Zeit dafür nimmst und die klei­nen Ruhe-Oasen des All­tags nutzt.

Die Pod­cast­folge zum Impuls der Woche:


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Bild: Brooke Cagle auf Uns­plash