Gast­bei­trag von Daniel Biale­cki, Geschäfts­füh­rer der Online-Lern­platt­form scoyo und Vater von drei Kin­dern

Eine Klas­sen­ar­beit steht an, ein plötz­li­cher Test wird geschrie­ben, ein Refe­rat muss gehal­ten werden: alles Dinge, die bei Kin­dern Stress aus­lö­sen können. Dabei ist Stress per se nicht immer schlecht, über einen kurzen Zeit­raum kann er sogar pro­duk­ti­ver machen. Aber: Anhal­ten­der Stress führt oft zu gesund­heit­li­chen Pro­ble­men wie etwa Kopf- oder Bauch­schmer­zen, Müdig­keit und Erschöp­fung, Schlaf­stö­run­gen und auch Kon­zen­tra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten.

Ver­gan­gene Stu­dien zeig­ten, dass Stres­so­ren aus dem Schul­be­reich eine große Rolle im Leben von Kin­dern und Jugend­li­chen spie­len, unter ande­rem in Form von Leis­tungs­druck oder zu hohen Anfor­de­run­gen. Erste Anzei­chen können bei­spiels­weise emo­tio­na­ler Natur sein, wenn das Kind häufig trau­rig oder ver­stimmt ist, aber auch unru­hig oder aggres­siv, nicht in die Schule gehen möchte oder Auf­ga­ben ver­wei­gert. Auch die oben genann­ten kör­per­li­chen Folgen von Stress können ein Warn­zei­chen sein, dass ein Kind stark gestresst ist.

Wie können wir unse­ren Kin­dern also helfen? Neben mög­lichst wenig Druck und natür­lich Trost in schwie­ri­gen Situa­tio­nen hilft es deinem Kind erst einmal zu lernen, Stress über­haupt wahr­zu­neh­men und ein­zu­ord­nen. Erkunde mit deinem Kind, wann es Stress ver­spürt, welche Situa­tio­nen Stress berei­ten, um dann Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien ein­zu­üben.

1. School-Life-Balance
Wich­tig, um stres­sige Situa­tio­nen zu meis­tern, ist ein guter Aus­gleich dazu. Schule und Lernen ist zwar wich­tig, aber min­des­tens genauso wich­tig sind soziale Bezie­hun­gen und Hob­bies, die uns zufrie­den machen und neue Ener­gie geben. Dane­ben sollte es genauso auch ein­fach Zeit geben, um sich aus­zu­ru­hen, die Akkus wieder auf­zu­la­den und den Kopf für Neues frei zu machen. Findet gemein­sam etwas, das ent­spannt: Das kann natür­lich das Nichts­tun sein, oder zum Bei­spiel Musik hören, malen, spa­zie­ren gehen… 

Genauso eignen sich gezielte Ent­span­nungs­tech­ni­ken wie auto­ge­nes Trai­ning, pro­gres­sive Mus­kel­re­la­xa­tion, Yoga oder Medi­ta­tion für Kinder, um den eige­nen Körper wahr­zu­neh­men und zu ent­span­nen. Und: Auch beim Lernen selbst ist es wich­tig, genü­gend Pausen zu machen, damit das Gelernte über­haupt eine Chance hat, vom Kurz­zeit- ins Lang­zeit­ge­dächt­nis zu wan­dern.

2. Selbst­be­wusst­sein: Ich schaffe das!
Ein star­kes Selbst­be­wusst­sein dient als eine Art Puffer“ und fängt Stress und Druck ab, bzw. hilft Kin­dern, besser damit umzu­ge­hen. Das Selbst­be­wusst­sein deines Kindes kannst du zum Bei­spiel unter­stüt­zen, indem du es in dem bestärkst, was es kann. Kon­zen­triert euch also gemein­sam auf seine Stär­ken und nicht auf seine Schwä­chen. Dazu gehö­ren Kom­pe­ten­zen wie Sozi­al­ver­hal­ten, Empa­thie, Krea­ti­vi­tät und Pro­blem­lö­sungs­fä­hig­keit genauso wie fach­li­che Stär­ken. Wenig Druck und Gelas­sen­heit im Umgang mit Noten sind eben­falls ein gutes Vor­bild – oft haben Kinder näm­lich auch an sich selbst einen hohen Leis­tungs­an­spruch.

3. Selbst­wirk­sam­keit: Ich kann etwas bewir­ken!
Ob wir gut mit Stress umge­hen können, hängt auch stark davon ab, ob wir das Gefühl haben, die Situa­tion kon­trol­lie­ren zu können. Darum sollte es Lob nicht nur für tolle Noten hageln, son­dern für Dinge, die dein Kind selbst beein­flus­sen kann. Frei nach dem Motto Der Weg ist das Ziel“ schau also nicht nur auf das Ergeb­nis, son­dern auf das Enga­ge­ment und die Anstren­gun­gen deines Kindes. Lob, zum Bei­spiel für Mut, sich mit einem unlieb­sa­men oder sehr schwie­ri­gen Thema aus­ein­an­der­zu­set­zen, moti­viert, denn das sind Dinge, die dein Kind in der Hand hat. 

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4. Selbst­stän­dig­keit: Ich kann das alleine!
Auto­no­mie ist ein mensch­li­ches Grund­be­dürf­nis und – wie wir Eltern alle leid­lich erfah­ren – auch bei klei­nen Kin­dern bereits stark aus­ge­prägt. Auch auf das Lernen bezo­gen hilft es Kin­dern, wenn sie dabei viel selbst bestim­men können. Denn jeder Mensch ist ein­zig­ar­tig, und so auch die Art und Weise, wie er am besten lernt. Ort, Zeit­punkt und Metho­den soll­ten daher indi­vi­du­ell auf das Kind abge­stimmt sein und je älter das Kind ist, desto mehr Ent­schei­dun­gen sollte es selbst tref­fen können. Das för­dert nicht nur die Selbst­stän­dig­keit, son­dern auch das Selbst­be­wusst­sein.

5. Kleine Schritte zum Erfolg
Wenn wir vor einer ewig langen Treppe stehen, den Kopf in den Nacken legen und ganz nach oben schauen, dann kann uns schon mal das Gefühl beschlei­chen, dass das sehr anstren­gend wird und wir es viel­leicht gar nicht schaf­fen können. Sollen wir es über­haupt ver­su­chen? Schauen wir aber genau auf die Stufe vor uns und nehmen diese als Etap­pen­ziel, ist jeder Schritt ein Erfolg. Das moti­viert!

So ist es auch beim Lernen: Teilt den Lern­stoff in kleine Häpp­chen und legt indi­vi­du­elle kleine Lern­ziele fest. So können regel­mä­ßig Teil-Erfolge gefei­ert werden, die anspor­nen. Um das Ganze zu struk­tu­rie­ren, kann ein Lern­plan helfen. Darin können Kinder fest­hal­ten, wann sie welche Dinge lernen wollen, damit sie recht­zei­tig anfan­gen können und erst gar kein Stress auf­kommt.

6. Eine ange­nehme Lern­at­mo­sphäre schaf­fen
Auch eine ange­nehme Lern­at­mo­sphäre hilft, ent­spannt zu lernen und Stress, zum Bei­spiel bei den Haus­auf­ga­ben, zu ver­mei­den. Dazu gehö­ren ein schön ein­ge­rich­te­ter, heller, auf­ge­räum­ter Arbeits­platz, ein beque­mer Stuhl oder Sitz­ball und eine ruhige Lern­um­ge­bung. Auch das rich­tige (gesunde) Essen und genug zu Trin­ken hilft. Kleine Rituale wie etwa Dehn- und Atem­übun­gen, das Lieb­lings­lied zu hören oder gemüt­li­che Sachen anzu­zie­hen stim­men auf das Lernen ein und schen­ken Kraft.

7. Krea­tive Lern­me­tho­den aus­pro­bie­ren
Je mehr Sinne beim Lernen ange­spro­chen werden, desto mehr bleibt auch hängen. Nicht umsonst heißt es auch begrei­fen“, also etwas lernen, indem wir es auch anfas­sen. Pro­biere also mit deinem Kind einmal aus, welche krea­ti­ven Lern­me­tho­den ihm liegen und mit wel­chen Sinnen es am besten lernt. Auch digi­tale Medien lassen sich gut zum Lernen nutzen, viele kind­ge­rechte Ange­bote berei­ten Lern­in­halte spie­le­risch und inter­ak­tiv auf.
Und: Lernen ist ja auch nicht immer an den Schreib­tisch gebun­den, viele Themen lassen sich irgendwo live und in Farbe“ ent­de­cken und erfas­sen – ob in der Natur, im Museum, an einem öffent­li­chen Platz, einem For­schungs­la­bor, einem Unter­neh­men…

8. Das Gespräch mit dem Lehrer suchen
Es hilft alles nichts? Wenn du das Gefühl hast, dein Kind ist dau­er­haft gestresst und über­for­dert von der Schule, suche das Gespräch mit den Leh­rern. Diese können meist gut ein­schät­zen, ob dein Kind etwa ein Pro­blem mit bestimm­ten Stoff oder dem Lernen an sich hat und was helfen könnte. Auch ein Gespräch mit ande­ren Eltern kann helfen, um zum Bei­spiel abzu­klä­ren, ob es ein gene­rel­les Pro­blem gibt, das meh­rere Schü­ler betrifft, wie etwa zu umfang­rei­che Haus­auf­ga­ben.

9. Im Ernst­fall: Psy­cho­lo­gi­sche Bera­tung auf­su­chen
In beson­ders schwe­ren Fällen ist es wich­tig, recht­zei­tig Hilfe zu suchen, zum Bei­spiel beim Schul­psy­cho­lo­gi­schen Dienst als erster Anlauf­stelle. Denn durch anhal­ten­den Stress und Druck können auch ernst­hafte Erkran­kun­gen wie bei­spiels­weise eine Depres­sion ent­ste­hen, die pro­fes­sio­nell behan­delt werden sollte.

Daniel Biale­cki und sein Team arbei­ten jeden Tag daran, Kinder und ihre Eltern fürs Lernen zu begeis­tern. Auf der Online-Lern­platt­form scoyo können die Klei­nen in span­nende Lern-Geschich­ten ein­tau­chen und so den Schul­stoff ganz spie­le­risch und stress­frei ver­in­ner­li­chen.

Lite­ra­tur zum Thema:
Stress und Stress­be­wäl­ti­gung im Kindes- und Jugend­al­ter von Inge Seiffge-Krenke und Arnold Lohaus
Stres­sprä­ven­ti­ons­trai­ning für Kinder im Grund­schul­al­ter von Johan­nes Klein-Hess­ling, Arnold Lohaus


Bild­quelle: Pexels

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